Bigsas steht für Bayreuth International Graduate School auf African Studies. Mit dem Preis werden hervorragende Beiträge aus dem Print- und Onlinejournalismus prämiert, die ein differenziertes Bild des afrikanischen Kontinents vermitteln.

In diesem Jahr wurden 70 Arbeiten eingereicht. Die Jury unter Vorsitz des ehemaligen Uni-Präsidenten Helmut Ruppert setzt sich aus afrikanischen Wissenschaftlern zusammen, die am Bayreuther Afrikazentrum promoviert haben. Der Preis wird vom Universitätsverein gestiftet.

Vor rund 200 Gästen zeichnete dessen Vorsitzender Horst Eggers Alexandra Rojkov aus. Ihr Text „Chris’ Reise zu den Sternen“ ist am 15. April 2014 im FAZ-Hochschulanzeiger und am 15. Mai 2014 in NZZ Campus erschienen. Der Text porträtiert den 28 Jahre alten Chris, der Texas verlässt, um im ugandischen Kampala ein afrikanisches Raumfahrtprogramm ins Leben zu rufen. Das Projekt finanziert sich alleine aus Spenden. Rojkovs Botschaft, wie sie Laudator Rémi Armand Tchokothe verstand: Das anscheinend Unerreichbare ist das, was dieser Gemeinschaft die Kraft gibt, ihren Traum zu verfolgen. Jury-Mitglied Tchokothe sagte: „Frau Rojkov ist sowohl während der Recherche als auch beim Verfassen ihre Beitrages einem wichtigen Grundsatz treu geblieben: Nämlich von Afrikaner zu lernen und sie nicht zu belehren“.

Einen Anerkennungspreis haben Amrai Coen und Malte Henk für ihre Ebola- Reportage „Wie das Virus in die Welt kam“ erhalten. Der Text erschien am 23. Oktober 2014 in „Die Zeit“. Laudator Tsevi Dodounou sagte: „Der Artikel ist ein Glanzstück investigativen Journalismus’. Ein schwieriges, unerprobtes, geografisch weitläufiges und medizinisch hoch komplexes Thema wird lesergerecht, verständlich und nahbar aufbereitet“. Ohne Schuldzuweisungen gelinge in diesem Text „die Rekonstruktion einer globalen Katastrophe“.

Vor der Preisverleihung hatte Uni-Präsident Stefan Leible die besondere Stellung des Afrikazentrums in Bayreuth gewürdigt: Bigsas wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert. Derzeit arbeiten mehr als hundert Doktoranden an Forschungsprojekten aus verschiedenen Disziplinen. Jury-Vorsitzender Helmut Ruppert verwies darauf, dass 60 Dissertationen erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Zusammenarbeit mit sechs afrikanischen Partneruniversitäten sei äußerst erfolgreich.

Den Festvortrag zum Thema „Integration durch Wissenschaft – Kulturaustausch durch Wissenstransfer“ hielt die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Sie griff den Text Alexandra Rojkovs auf und mahnte vor allem die jungen Leute: „Bewahrt Eure Träume! Wer aufhört zu träumen, hört auf zu leben“. Integration statt Ausgrenzung sei schon immer ihr Thema gewesen, sagte Süssmuth und erinnerte an die Aids-Politik der 80-er Jahre. In Deutschland neige man dazu, Schwäche und Armut zu sehen statt das Potenzial der Menschen.