Uni-Karriere Nicole Kalemba steigt in Katalonien auf

Mit ausgezeichneter Doktorarbeit auf dem Weg zur Karriere an der Universität: Die Bayreutherin Nicole Kalemba, die seit 2009 in Katalonien lebt und arbeitet. Foto: Ute Eschenbacher

BAYYREUTH. Sprachbegabt, sportlich und musikalisch: Nicole Kalemba besitzt viele Talente. Und die Bayreutherin ist wissenschaftlich begabt: Für ihre Doktorarbeit an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universitat Rovira i Virgili in Tarragona hat sie vor kurzem sogar eine Auszeichnung erhalten.

Nach dem Abitur 2008 am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium im Musikzweig zog sie nach Katalonien in den Umkreis von Barcelona. „Ich bin damals nach Spanien als Aupair gegangen, um eine neue Sprache zu erlernen“, erzählt sie im Gespräch mit dem Kurier. Denn momentan ist die 30-Jährige auf Heimaturlaub in Bayreuth.

Zuerst lernte sie statt Spanisch oder Katalanisch aber Holländisch, weil das in ihrer Aupair-Familie gesprochen wurde. Mit zweimonatiger Verzögerung stieg sie in das Bachelor-Studium Tourismusmanagement in Tarragona ein. Schon für ihren Bachelor-Abschluss gewann sie zwei Preise. Den Port Aventura Award für den besten Werdegang eines Bachelors und für den besten Notenschnitt. „Dies war für mich natürlich ein toller Moment, nachdem ich mein Studium ohne Sprachkenntnisse begann und alle Vorlesungen in katalanischer Sprache stattfanden.“ Sie sei "sehr ehrgeizig", sagt Nicole Kalemba. Und wenn sie sich ein Ziel gesetzt habe, könne sie ein großer Sturkopf sein, bis sie es erreicht habe.

Inzwischen spricht sie sieben Sprachen – Englisch, Spanisch, Katalanisch, Niederländisch, Polnisch, die Sprache ihrer Mutter, Französisch und natürlich Deutsch. „Ich habe das Gefühl, dass ich in meiner Muttersprache immer schlechter werde“, sagt Nicole Kalemba, die einen katalanischen Freund hat und in Deutschland oft für eine Spanierin und in Katalonien für eine Spanierin gehalten wird.

An der Uni Bayreuth übernahm sie bereits Lehraufträge in Sportmarketing. In diesem Jahr pausierte sie, im Wintersemester 2020 soll es am Sportinstitut weitergehen. Sport und vor allem Fußball ist ihre große Leidenschaft. „Ich habe früher sehr viel Fußball gespielt und war in der Bayernauswahl und kurz vor dem Sprung in die Nationalmannschaft“, erzählt sie.

Jetzt aber steht die Wirtschaft im Mittelpunkt: Neben einem Master in Finanzen und Bankmanagement erlangte sie noch einen Master in Tourismusmanagement – und bekam prompt das Angebot, ihren Doktor zu machen. „Manchmal kommen Züge vorbei, auf die man aufspringen muss, heißt es in Katalonien.“ Die Promotion schloss sie exzellent ab – im Deutschen wäre dies ein „summa cum laude“. Ihre wirtschaftswissenschaftliche Doktorarbeit befasste sich mit Qualität und Sicherheit von Flugbetrieben und deren Einfluss auf die Rentabilität der Unternehmen. Dafür wurde sie von der katalanischen Vereinigung für Rechnungswesen und Unternehmensführung (ACCID – Asociación catalana de contabilidad y dirección) gesondert ausgezeichnet.

„Im Anschluss fing ich an der Universitat Oberta de Catalunya an und hatte dort nach drei Monaten einen unbefristeten Vertrag“, sagt Nicole Kalemba glücklich darüber, „wie gut alles gelaufen ist“. Die eineinhalb Jahre habe sie sehr genossen, bis das Angebot der Barcelona School of Management kam, das zur Universitat Pompeu Fabra gehört. Die Universität liege im Ranking der spanischen Hochschulen auf Platz eins, weltweit auf Platz elf der noch jungen Universitäten. Dort erhielt sie einen unbefristeten Vertrag, „weshalb dies für mich in meinem noch jungen Alter ein wahnsinnig toller Erfolg ist". Nicole Kalemba fällt ein Fußballvergleich ein - "wie wenn man vom 1. FC Nürnberg zu Barcelona wechselt.

 

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