Uni Bayreuth Zehn Jahre Computerspiele und Wissenschaft

Und noch ein runder Geburtstag an der Uni Bayreuth, die dieses Jahr 50 Jahre alt wird. Der Master-Studiengang Computerspielwissenschaften feiert zehnjähriges Bestehen.

Seit zehn Jahren werden Compterspiele an der Uni Bayreuth wissenschaftlich begleitet. Foto: Laura Ludwig

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Der Masterstudiengang Computerspielwissenschaften an der Universität Bayreuth hat sich in zehn Jahren mit einem interdisziplinären Ansatz, besonderen Projekten, zahlreichen Auszeichnungen und innovativen Gründungen als Vorreiter in der deutschen Hochschullandschaft etabliert und als Talentschmiede für die kreative und technische Zukunft der Games-Branche profiliert.

Nach der Werbung weiterlesen

„Unsere Mission war und ist es, das Medium Computerspiel sowohl kulturwissenschaftlich als auch technisch fundiert zu untersuchen und weiterzudenken“, wird Jochen Koubek, Professor für Digitale Medien, in einer Mitteilung der Universität Bayreuth zitiert: „Die vergangenen zehn Jahre zeigen, dass unser Konzept trägt – und dass unsere Studierenden dieses Medium mit ihren Ideen und Projekten aktiv gestalten.“

Start mit 16 Studenten

Gestartet im Wintersemester 2015/16 mit 16 Studierenden, zählt der Studiengang heute rund 63 aktive Studierende. Dabei sei er in Deutschland einzigartig in seiner Kombination von Medienwissenschaft, Game Design, Game Development und Informatik und verfolge das Ziel, das Medium Computerspiel sowohl theoretisch als auch praktisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. Viele Absolventen haben deutschlandweit Fuß in der Games- und Medienbranche gefasst, einige mit eigenen erfolgreichen Start-ups direkt aus Bayreuth heraus.

Mit inzwischen 22 Start-up- und Game Studio-Gründungen – darunter Emergo Entertainment, Salzsammler Studios, Sleep Runner Studios und Blossom Path – zeigt sich das Innovationspotenzial der Bayreuther Studierenden. Zahlreiche Projekte wurden vom FilmFernsehFonds Bayern mit sechsstelligen Fördersummen unterstützt. Zuletzt im Jahr 2024 „Nordheim Survivor“ und „Through The Cold“ (jeweils 100.000 Euro). Die praxisnahe Ausbildung schlage sich hier in messbaren Erfolgen nieder, so die Uni.

Die Liste an Auszeichnungen wächst dabei kontinuierlich: Vom Deutschen Computerspielpreis über den Games Preis bis zum Dok.Fest – Studierende und Absolventen wurden für ihre innovativen Spiele und medienkritischen Beiträge mehrfach geehrt.

Highlights wie das praxisorientierte Seminar „Games with Purpose“, bei dem Studierende unter anderem das vielfach ausgezeichnete XR-Projekt „Salzsammler“ für das UNESCO-Welterbezentrum Regensburg entwickelten, oder die Veranstaltungsreihe „Playtest & Pancakes“, bei der neue Spiele der Studierenden und von kleineren Studios aus der Region getestet werden, machen die Verknüpfung von Forschung, Lehre und Kreativität unmittelbar erlebbar. Ergänzt wird das Programm durch vier regelmäßige Game Jams pro Jahr, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und kreatives Problemlösen fördern.

Auf der Gamescom

Die Universität Bayreuth festige mit dem Master in Computerspielwissenschaften ihren Ruf als innovative, interdisziplinäre Hochschule mit internationaler Strahlkraft. Dies zeige sich auch auf der diesjährigen Gamescom in Köln, der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele. Dort ist die Universität Bayreuth als Aussteller vertreten. Drei Bayreuther Spiele werden dort dem Fachpublikum an einem Stand der Computerspielwissenschaften vorgestellt.