Unerwartet gestorben Trauer um Dr. Herbert Mädl

Dr. Herbert Mädl. Foto: /BRK

Mit Bestürzung haben viele Menschen im Landkreis Kulmbach die Nachricht vom plötzlichen Tod des beliebten Arztes und engagierten Ehrenamtlers zur Kenntnis nehmen müssen.

Kulmbach - Die Nachricht vom Tod des Kulmbacher Arztes Dr. Herbert Mädl hat sich wie ein Lauffeuer im ganzen Landkreis verbreitet. Mädl hatte erst im März seinen 70. Geburtstag gefeiert. Er starb am Dienstag plötzlich und völlig unerwartet. Seine Kollegen der Kardiologie im Kulmbacher Klinikum, mit denen er als Leitender Oberarzt zum Teil Jahrzehnte zusammengearbeitet hatte, konnten ihn nicht mehr retten. Mädl galt nicht nur als sehr geschätzter und beliebter Arzt, sondern auch als einer, der gerne half, der ehrenamtlich immer zur Stelle war, wenn man ihn rief. Als Ende vergangenen Jahres das Kulmbacher Impfzentrum ärztliche Unterstützung brauchte, war Herbert Mädl sofort zur Stelle und hat seinen Ruhestand unterbrochen, der ohnehin kein richtiger Ruhestand gewesen ist. Sich einfach zurückzuziehen, das war nicht Mädls Art. In dieser Woche wollte der 70-jährige Mediziner noch zwei Tage im Impfzentrum arbeiten. Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen.

Mit großer Bestürzung hat der BRK-Kreisverband Kulmbach die Nachricht über den völlig unerwarteten Tod von Dr. Herbert Mädl erfahren. BRK-Kreisvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner spricht von Fassungslosigkeit, die allerorten herrscht: „Da wurde ein Mann ganz plötzlich mitten aus dem Leben gerissen. Er war über Jahrzehnte in unserem BRK-Kreisverband auf vielen Ebenen ein wichtiger Akteur und immer da, wenn er gebraucht wurde.“ Während der Pandemie sei Dr. Mädl zu einem ganz entscheidenden Player geworden, macht Klaus Peter Söllner deutlich. „Unser Impfzentrum hat von einer Stunde auf die andere eine ganz entscheidende Säule verloren. Einen Mann, der anderen immer Rückhalt gegeben hat mit einer freundlichen, charmanten und humorvollen Art. Auch ich verliere einen Freund, den ich über die Jahre persönlich kennenlernen durfte. Herbert Mädl war bis zuletzt so voller Dynamik und hatte Zukunftspläne. Ich kann es noch gar nicht fassen.“

Für das BRK Kulmbach sei der Tod von Herbert Mädl ein großer Verlust, erklärt Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold. „Vor 55 Jahren trat Herbert Mädl als Gründungsmitglied in die Wasserwacht Himmelkron ein und ist ihr und dem BRK seither als überaus aktiver Kamerad treu geblieben. Seit Jahrzehnten war er eine tragende Säule in der Ausbildung der Wasserwacht, der Sanitätsbereitschaften und des Rettungsdienstes. Darüber hinaus stand er unserem Kreisvorstand als BRK-Chefarzt beratend zur Seite. Das BRK verliert mit Dr. Mädl einen vorbildlichen Arzt und Kameraden, der bei uns immer einen Ehrenplatz haben wird.“

Besonders sein langes pädagogisches Engagement habe Dr. Mädl in der Jugendarbeit ausgezeichnet und erfolgreich gemacht. „Die Wertschätzung, die er immer für andere hatte, wurde auch ihm zuteil. Ob es um die Wasserwachtjugend, der Bereitschaften, der Bergwacht oder das Rotkreuzjugend ging, ob er medizinische Fachvorträge hielt oder Vorstandsarbeit leistete: Er war hoch motiviert und mit großem Fachwissen immer zur Stelle. Er war uns allen ein kameradschaftlicher Ansprechpartner, Berater und Freund. Sein plötzlicher Tod hinterlässt uns alle in tiefer Trauer und hat eine Lücke aufgerissen, die nur schwer wieder zu füllen sein wird.“

Wegen seiner Verdienste um das BRK hat der Kreisverband Kulmbach Dr. Herbert Mädl im August 2016 zum Ehrenmitglied ernannt. Am kommenden Wochenende hätte er für seine 55-jährige Mitgliedschaft neben zahlreichen Ehrungen, die er von Wasserwacht und BRK bereits erhalten hat, eine weitere Auszeichnung erhalten sollen.

Trauer und Bestürzung herrscht auch im Kulmbacher Klinikum. 36 Jahre lang, von 1980 bis 2016, hat Herbert Mädl dort als Arzt gearbeitet, zuletzt als Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik I. „Dr. Mädl war ein verdienter Mitarbeiter, den alle hoch geschätzt haben“, sagt Geschäftsführerin Brigitte Angermann. „Er war immer sympathisch, menschlich und den Patienten zugewandt. Wir verlieren in ihm einen äußerst verdienten Arzt, der auch in seinem Ruhestand in unserer Pflegeschule noch unterrichtet hat.“

 

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