Livestream SpVgg in Schweinfurt vor letzter großer Hürde

Auf dem rechten Altstädter Flügel kaum wegzudenken: der Ex-Schweinfurter Tim Danhof (links), den sein Trainer Timo Rost Ähnlichkeiten mit Jack Grealish nachsagt – aber nicht nur wegen der Frisur. Foto: Imago/Peter Kolb

Wäre die Regionalliga Bayern ein Wunschkonzert, die SpVgg Bayreuth hätte sich das Gastspiel beim FC Schweinfurt 05 sicher nicht auf den drittletzten Spieltag legen lassen. Schließlich birgt kein anderer Gegner für Bayreuth mehr Frustpotenzial als die Schnüdel. Gegen die Unterfranken hat der Spitzenreiter nämlich nicht nur das Hinspiel mit 0:3 in den Sand gesetzt, sondern er war vorher auch in den Aufstiegs-Playoffs zweimal deutlich unterlegen gewesen (0:4, 1:2). Das Attribut Angstgegner haben sich die Schweinfurter also redlich verdient.

Wäre die Regionalliga Bayern ein Wunschkonzert, die SpVgg Bayreuth hätte sich das Gastspiel beim FC Schweinfurt 05 sicher nicht auf den drittletzten Spieltag legen lassen. Schließlich birgt kein anderer Gegner für Bayreuth mehr Frustpotenzial als die Schnüdel. Gegen die Unterfranken hat der Spitzenreiter nämlich nicht nur das Hinspiel mit 0:3 in den Sand gesetzt, sondern er war vorher auch in den Aufstiegs-Playoffs zweimal deutlich unterlegen gewesen (0:4, 1:2). Das Attribut Angstgegner haben sich die Schweinfurter also redlich verdient.

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Hinzu kommt, dass sie – ungeachtet einer für sie insgesamt enttäuschenden Saison – im heimischen Willy-Sachs-Stadion eine Macht sind. Insofern könnten die Bayreuther unter anderen Umständen am Samstag um 14 Uhr mit einem Remis zufrieden sein, angesichts des Drucks durch den zuletzt fehlerlosen Hauptverfolger FC Bayern München II muss ein Sieg das Ziel sein.

Altstädter wollen auf Sieg spielen

„Das ist es immer“, sagt Trainer Timo Rost leicht entrüstet. „Oder sind wir schon irgendwann mal mit der Prämisse angetreten, irgendwie zu schauen und auf einen Punkt zu hoffen?“ Gegen Schweinfurt in Schweinfurt gewinnen – für seine Mannschaft wäre das der Ritterschlag. Die letzte große Hürde auf dem Weg zurück in die Sportschau wäre genommen. Gingen die Gelb-Schwarzen dann mit fünf Punkten Vorsprung ins letzte Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg, schwer vorstellbar, dass es dabei für sie nicht zur vorzeitigen Meistersause kommen würde.

Im Optimalfall für die SpVgg macht sie sogar an diesem Samstag schon alles klar: Dazu aber bräuchte sie die Mithilfe des TSV Aubstadt, der parallel die Bayern bespielt. Meister? Schon in Schweinfurt? Daran verschwendet man im Altstädter Lager keinen Gedanken. „Ich gehe davon aus, dass es bis zum Schluss gehen wird“, sagt Rost, der natürlich so gut wie kein Zweiter weiß, dass es gerade gegen Schweinfurt gut und gerne auch in die andere Richtung gehen kann – also eher Drama als Nirwana. Basierend auf den gelb-schwarzen Erfahrungswerten ist sogar ein Schwund des komfortablen Fünf-Punkte-Polsters das wahrscheinlichste Szenario.

Adam Jabiri – „ein Unterschiedspieler“

„Robust, erfahren, heim- und offensivstark“, so charakterisiert der 43-Jährige die Schnüdel in aller Kürze. Der 37-jährige Adam Jabiri, mit 25 Toren Führender in der Regionalliga-Torjägerliste, ist für Rost „ein Unterschiedspieler“, die Heimstärke, belegt durch 41 von möglichen 51 Punkten, „beeindruckend“. Die Mannschaft von Interimstrainer Jan Gernlein hat damit vor eigenem Anhang einen Punkt mehr geholt als die Altstadt – und das bei einem Spiel weniger. Dass sich die Unterfranken so früh aus dem Titelrennen verabschieden mussten und ihren erfolglosen Trainer Tobias Strobl in die Wüste schickten, liegt vielmehr an ihrer Auswärtsschwäche: 21 Punkte aus 18 Spielen auf fremden Plätzen – das ist Mittelmaß. Während die Schweinfurter stehen geblieben seien, habe sich seine Mannschaft weiterentwickelt, sagt Rost, dessen Bemessungsgrundlage die Playoffspiele im vergangenen Sommer sind. „Damals waren sie eine Klasse besser als wir, heute haben wir 25 Punkte Vorsprung.“

Einer, der diese Entwicklung in Gelb-Schwarz perfekt verkörpert, ist ausgerechnet ein Ex-Schweinfurter: Tim Danhof, vor eineinhalb Jahren nicht ganz geräuschlos von den Nullfünfern gekommen, ist aus der aktuellen Stammformation der SpVgg nicht mehr wegzudenken. Beim Altstädter 1:0-Sieg in Illertissen sorgte der 25-jährige Erlanger mit seinem Freistoß aus 25 Metern für späte Ekstase. Für seinen Trainer ist er deshalb so wertvoll, weil er so flexibel einsetzbar ist. „Diese zunehmende Mannschaftsdienlichkeit zeigt auch seine großartige Entwicklung. Individuell war er schon immer klasse“, sagt Rost. Der vergleicht Danhof „in seiner Spielart und auch wegen seiner Frisur“ mit Jack Grealish, den englischen Mittelfeldstar, der vor der Saison für 117 Millionen Euro von Aston Villa zu Manchester City gewechselt war. „Er ist schnell, dribbelstark, wuselig und strahlt Torgefahr aus.“

Grealish ist Tim Danhofs Lieblingsspieler

Tim Danhof fühlt sich „sehr geehrt, mit solch einem Topmann in einem Satz genannt zu werden“. Grealish ist zudem auch einer seiner Lieblingsspieler. Anders als der 26-jährige Engländer aber fühlt sich Danhof längst pudelwohl in seinem neuen Verein. Dass sein am Saisonende auslaufender Vertrag verlängert wird, gilt als wahrscheinlich. „So etwas habe ich noch nie erlebt auf diesem Niveau. Wir haben ein wahnsinniges Gefüge, eine tolle Kameradschaft. Es macht unglaublich Spaß hier“, sagt der Altstädter, der die „super Stimmung in der Truppe“ als wichtigen Erfolgsfaktor sieht. Am Samstag trifft er auf viele seiner ehemaligen Mitspieler. „Sehr erfahren, hoch versiert“, sagt er. Dass sie wieder als Sieger vom Platz gehen, das allerdings hält er für „sehr, sehr unwahrscheinlich“.

SPVGG BAYREUTH

Tabellenplatz: 1.

Punkte pro Spiel: 2,5 (gesamt: 87)

Tore pro Spiel: 2,7.

Gegentore pro Spiel: 0,9.

Form: 10 Punkte aus den letzten fünf Spielen.

Beste Torschützen: Markus Ziereis (19), Alexander Nollenberger (12.)

Zuschauerschnitt: 1425 (1.).

Kaderwert: 2,3 Millionen Euro.

FC SCHWEINFURT 05

Tabellenplatz: 3.

Punkte pro Spiel: 1,8 (gesamt: 62)

Tore pro Spiel: 2,6.

Gegentore pro Spiel: 1,3.

Form: 7 Punkte aus den letzten fünf Spielen.

Beste Torschützen: Adam Jabiri (25), Meris Skenderovic (16).

Zuschauerschnitt: 713 (7.).

Kaderwert: 1,9 Millionen Euro.

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