Wegner kündigt "schonungslose Analyse" an
Wegner kündigte für kommenden Donnerstag eine Regierungserklärung im Berliner Landesparlament an. Der Regierungschef will ausführlich Stellung zu den Erfahrungen mit dem fünftägigen Blackout und der Kritik an seinem Krisenmanagement nehmen.
Gleichzeitig stellte Wegner eine umfassende Fehleranalyse in Aussicht. Ziel müsse sein, die kritische Infrastruktur in Berlin, etwa das Stromnetz, künftig noch besser zu schützen. "Wir müssen schauen: Wo sind die Angriffspunkte, die kritisch sind? Und wie können wir unser Krisenmanagement, unseren Katastrophenschutz noch optimieren?" Ihm seien einige Punkte aufgefallen, die man noch besser machen könne, sagte Wegner. Noch schneller eine zentrale Steuerung zu organisieren, nannte er als Beispiel. Er wolle unter anderem Hilfsorganisationen, Polizei, Feuerwehr und den Betreiber Stromnetz Berlin einladen. "Und hier will ich eine schonungslose Analyse haben."
Wie nötig das ist, zeigte sich noch am Donnerstag: Eine neue Anschlagsdrohung löste einen Polizeieinsatz in Marzahn-Hellersdorf aus. Die Polizei überprüfte dort mit dem Betreiber Stromnetz "alle wichtigen, infrage kommenden Bereich vorsichtshalber", wie ein Polizeisprecher sagte. "Dabei ist nichts festgestellt worden."
Nach dpa-Informationen wurden elf Stellen überprüft. Der Polizeisprecher nannte keine konkrete Zahl. Er sprach von einer niedrigen zweistelligen Anzahl. Auch die Senatsinnenverwaltung bestätigte die Überprüfung. Zuvor hatten "Bild" und "B.Z." berichtet. In der Nacht war demnach auf der Internetplattform "Indymedia" die Ankündigung einer sogenannten Vulkangruppe aufgetaucht, wonach Stromleitungen in den östlichen Bezirken angegriffen werden sollen. Später verschwand das Schreiben aus dem Netz.