Übernahme-Streit Elon Musk reagiert auf Twitter-Klage

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Der Streit zwischen Twitter und Elon Musk geht in die nächste Runde. Foto: IMAGO/ZUMA Wire/IMAGO/Adrien Fillon

Twitter will vor Gericht ein Urteil erreichen, das Elon Musk zum Kauf des Kurznachrichtendienstes verpflichtet. Der Tech-Milliardär wehrt sich.

Im Streit um eine Übernahme hat Tech-Milliardär Elon Musk mit einer Gegenklage gegen den Kurzbotschaftendienst Twitter reagiert. Musk reichte die Klage als „vertraulich“ bei dem Gericht im US-Bundesstaat Delaware ein, vor dem Twitter den Gründer des Elektroautobauers Tesla verklagt hat, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Die Klage kann deswegen nicht eingesehen werden. Kurz zuvor hatte die zuständige Richterin den Prozessbeginn auf den 17. Oktober festgelegt.

Tesla-Chef Musk hatte im April angekündigt, Twitter für rund 44 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Der Dienst wehrte sich zunächst dagegen, der Verwaltungsrat von Twitter schloss kurz darauf aber eine Übernahmevereinbarung mit dem Unternehmer. Nur wenige Wochen später erklärte er den Deal jedoch für ausgesetzt und machte Anfang Juli einen Rückzieher. Twitter will vor Gericht im US-Bundesstaat Delaware ein Urteil erreichen, das Musk verpflichtet, die Übernahme zum vereinbarten Preis von 54,20 Dollar je Aktie zu vollziehen.

Musk begründete seinen Rücktritt von dem Deal damit, dass Twitter falsche Angaben zur Zahl der Fake-Accounts auf der Plattform gemacht habe. Der Dienst habe auch Vertragsbruch begangen, weil er keinen ausreichenden Zugang zur Prüfung der Zahlen bereitgestellt habe. Dem „Wall Street Journal“ zufolge orientiert sich auch die am Freitag eingereichte rechtliche Antwort an diesen Vorwürfen.

Twitter bezeichnete diese Begründung als „Heuchelei“ und erklärte in seiner Klage, Musks Verweis auf die Fake-Profile sei nur ein Vorwand, um nach einem Abschwung der Aktienmärkte aus dem Übernahmedeal auszusteigen.

Die zuständige Richterin in Delaware Chancery Court setzte eine fünftägige Verhandlung in dem Streit ab 17. Oktober an. Musks Anwälte wollten den Prozessbeginn bis zum kommenden Jahr hinauszögern, Twitter konnte die Richterin jedoch überzeugen, dass eine rasche Entscheidung nötig ist, um Klarheit für das Unternehmen zu schaffen. Das Wirtschaftsgericht kann den Vollzug einer Übernahme anordnen.

Beobachter halten eine gerichtliche Niederlage Musks und damit eine erzwungene Erfüllung des Übernahmeabkommens für durchaus denkbar. Möglich wäre auch, dass der Multimilliardär Twitter eine in der Vereinbarung vorgesehene Vertragsstrafe von bis zu einer Milliarde Dollar zahlen muss.

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