Überlebende Flüchtlinge berichten von Misshandlung durch Schleuser

Überlebende des Flüchtlingsunglückes vor der libyschen Küste haben von Misshandlungen durch die Schleuser noch vor Abfahrt des völlig überladenen Schiffes berichtet.

Laut der Staatsanwaltschaft im italienischen Catania erzählten einige der 26 Überlebenden Migranten am Donnerstag, die Menschenschmuggler hätten noch auf dem libyschen Festland mehrere Menschen zu Tode geprügelt und mindestens einen Minderjährigen exekutiert. Beim womöglich schwersten Unglück im Mittelmeer seit Jahrzehnten waren am Sonntag rund 750 Menschen ums Leben gekommen.

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Laut den Ermittlern sagten die Überlebenden aus, 1000 bis 1200 Menschen seien vor der Abfahrt des Schiffes in einem leer stehenden Gebäude nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis festgehalten worden, wo mehrere uniformierte und bewaffnete Männer ein regelrechtes Terrorregime über sie ausgeübt hätten. Jeder, der sich nicht an die Anweisungen der möglicherweise der libyschen Polizei angehörenden Männer gehalten habe, sei mit Knüppeln verprügelt worden, mehrfach mit tödlichem Ausgang, erzählten die Flüchtlinge den Ermittlern. Andere seien an Krankheit oder Erschöpfung gestorben.

AFP