Über 70 Leute tanzen vor dem Hugendubel Tanz-Flashmob gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

Von Nils Wischmeyer

Der weltweite Aktionstag „One Billion Rising" am Freitag soll die Aufmerksamkeit auf die Benachteiligung und Misshandlung von Mädchen und Frauen lenken. In Bayreuth tanzten 70 Männer und Frauen den „Tanz gegen Gewalt".

70 Frauen und Männer tanzten am Freitag auf dem Stadtparkett. Foto: red

Die Bewegung „One Billion Rising" wurde 2013 von Eva Ensler, bekannt durch ihre „Vagina-Monologe", initiiert. Die Forderung „One Billion Rising" („Eine Milliarde erheben sich") bezieht sich auf die statistische Aussage, dass weltweit jede dritte Frau Opfer von Gewalt und Misshandlung wird. Am Flashmob im vergangenen Jahr beteiligten sich unzählige Städte in über 190 Ländern. Es war der größte Flashmob aller Zeiten.

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Und auch dieses Jahr kamen weltweit wieder Menschen zusammen, um die Aktion zu unterstützen. Vor dem Hugendubel auf der Maximilianstraße versammelte sich eine große Gruppe um kurz vor 12 Uhr. Die meisten trugen rote Pullover, der ihre Solidarität mit den Opfern zeigen soll. Auf ihren Protestschildern stand: „Jede dritte Frau in Deutschland wurde schon einmal Opfer von Gewalt". Pünktlich um 12.15 Uhr tanzten alle gemeinsam die Choreographie zu „Break the Chain" (Spreng die Ketten). Zuerst mit deutschem Liedtext, dann mit englischem. Die Choreographie und das Lied wurden 2013 speziell für die Aktion „One Billion Rising" entworfen und sind bei allen Flashmobs der Aktion weltweit gleich.

Ergotherapeutin Birgit Hagen organisierte den Tanz-Flashmob in Bayreuth zusammen mit der Fachschule für Heilerziehungspflege und der Berufsschule für Ergotherapie „Wir wollen damit ein Zeichen setzen", sagt sie. „Die Wahrnehmung der Bevölkerung muss sich grundlegend ändern". Auch Maria Lampl stimmt ihr zu. Die Vorsitzende von Avalon, der Beratungsstelle gegen Sexuelle Gewalt in Bayreuth fordert: „Das Problem muss eine viel größere Aufmerksamkeit bekommen. Alle denken bei Gewalt gegen Frauen an Länder in der Dritten Welt, aber das passiert hier bei uns zu Hause. Das müssen die Leute begreifen."