Über 300 Medaillen Längste Namensliste aller Zeiten

Länger als diesmal war die Namensliste bei der Sportlerehrung der Stadt Bayreuth noch nie. Nach den Absagen der Veranstaltung in den beiden Vorjahren mussten schließlich die Erfolge von drei Jahren gewürdigt werden. So wurden am Montagabend deutlich mehr als 300 Medaillen vergeben.

Pandemiebedingt ist es schon drei Jahre her, dass eine öffentliche Sportlerehrung der Stadt Bayreuth in der Oberfrankenhalle stattfinden konnte. Folglich war nun die Namensliste am Montagabend in der Oberfrankenhalle länger denn je: Für die Jahre 2019, 2020 und 2021 wurden weit über 300 Auszeichnungen vergeben. Zu den 310 Medaillen für die Aktiven (63 in Gold, 152 in Silber, 95 in Bronze) kamen 29 Ehrenurkunden für ehrenamtliches Wirken.

Ganz oben auf der Liste steht aber traditionell der Ehrenbrief. Diese höchste Auszeichnung der Stadt für „außerordentliche Verdienste“ im Sport erhielt diesmal Roland Dörfer, der den AC Bayreuth in verschiedenen Funktionen geprägt hat. Von 1989 an amtierte er jahrzehntelang als Vorsitzender, und noch heute ist er neben der Rolle als Schatzmeister unter anderem auch als Jugendleiter und Trainer engagiert. Trotz aller Referenzen zeigte sich der 66-Jährige aber von der Auszeichnung der Stadt in gewisser Weise überrascht: „2014 habe ich die Laudatio halten dürfen, als Anton Engelbrecht nach 35 Jahren als unser Abteilungsleiter der Gewichtheber den Ehrenbrief bekommen hat. Und bei 70 Vereinen in der Stadt kommt man ja rechnerisch eigentlich nur alle 70 Jahre mal dran.“ Ganz ernsthaft fügt er aber an, dass die Entscheidung schon auf das Jahr 2019 zurück geht: „2020 fiel die Ehrung aus, und 2021 gab es schon einen Termin, der dann auch wieder abgesagt werden musste.“

Mittlerweile ist der Ehrenbrief für Dörfler sogar nicht einmal mehr die höchste Auszeichnung. Vor einem Jahr ist ihm schließlich der Bundesverdienstorden verliehen worden: „Das galt aber mehr der Summe der Ehrenämter, nicht nur in Bayreuth und auch nicht nur im Sport.“ Beispielsweise ist er langjähriger Schöffe am Landgericht und innerhalb seines Sports auch auf Bezirks- und Landesebene gefragt. Erst im vergangenen Dezember wurde er zum Schatzmeister des Bayerischen Ringer-Verbandes gewählt. Ein Ruhestand ist für ihn kein Thema, schon gar nicht nach den Problemen, die von der Pandemie verursacht worden sind: „2019 hatten wir beim AC eine tolle Truppe, die oberfränkischer Meister geworden ist. Das ist nun jedoch alles zerbröselt und muss neu aufgebaut werden.“

Dörfler ist somit ein Musterbeispiel für die ehrenamtlichen Kräfte in allen Vereinen, die Oberbürgermeister Thomas Ebersberger in seinem Grußwort als Voraussetzung für die Erfolge aller zu ehrenden Aktiven hervorhob: „Ein besonderer Dank gebührt all unseren ehrenamtlichen Trainern, Übungsleitern und Betreuern, die die Verantwortung in den Vereinen tragen und sich um unsere Jugendlichen kümmern.“ 750 Übungsleiter und Trainer seien aktuell in der Stadt aktiv. „Ich darf Sie recht herzlich bitten, diese wertvolle Arbeit fortzusetzen, damit der Sport in unserer Stadt seinen hohen Stellenwert weiter beibehält.“

Ebersberger stellte in Aussicht, dass Sanierungsmaßnahmen in den städtischen Schulturnhallen die Voraussetzungen für den Sport in den kommenden Jahren weiter verbessern werden. Währenddessen müsse allerdings mit Einschränkungen und Änderungen von Trainingszeiten gerechnet werden.

Ehrenurkunde, verliehen für Verdienste um den Bayreuther Sport: Jürgen Wunderlich (AC), Jürgen Class, Sven Pfeifer (beide ASV Oberpreuschwitz), Karsten Knaup, Anke Meier (beide BTS), Claudia Tupy (BSV 98), Markus Behringer, Susanne Dünkel, Stephan Dünkel, Daniel Nohl, Patrick Nohl, Marcus Ströhlein (alle EHC), Erich Fuchs, Peter Uhlig (beide LSG), Wolfgang Buckreus, Rudi Buckley, Richard Kastner, Horst Mayer, Claudia Müller (alle RSV), Helga Albrecht, Jürgen Albrecht, Helmut Lutz, Roland Lutz, Reiner Lutz, Peter Schüll (alle SC Raiffeisen), Ingeborg Weich (DAV), Birgit Wagner (Sportring).

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