U18-Wahl Kulmbachs Jugend wählt Schwarz

Auch dieses Jahr hatten Kinder und Jugendliche in Kulmbach wieder die Möglichkeit, bei der U18-Wahl ihre symbolische Stimme für die Bundestagswahl abzugeben. Foto: Patrick Pleul

Die CSU wird bei der U18-Wahl stärkste Kraft, fast jeder dritte Jugendliche gab der Partei seine Stimme. Doch es gab auch einige Überraschungen.

Kulmbach - Auch wenn ihre Stimme aufgrund des Wahlrechts noch nicht zählt, die Jugend weiß bereits jetzt genau, wen sie wählen würde. Das zeigt die steigende Nachfrage unter Kindern und Jugendlichen, die in Bayern auch dieses Jahr wieder im Vorfeld der Bundestagswahl am 26. September ihre Stimme abgeben wollten. Die Möglichkeit dazu hatten sie alleine im Freistaat in 650 Wahllokalen.

In Kulmbach veranstaltete auch dieses Jahr wieder das Jugendzentrum „Alte Spinnerei“ die U18-Wahl. Dabei hatten die Jugendlichen vergangenen Freitag von 10 bis 18 Uhr die Möglichkeit, hinter einer Partei ihr Kreuzchen zu machen. Zuvor wurden sie von dem Team des Jugendzentrums in einem Workshop zur Bundestagswahl intensiv auf die Wahl vorbereitet. Inzwischen sind die Stimmen ausgezählt.

Und das Ergebnis ist deutlich: Fast jeder Dritte unter 18 Jahren würde die CSU wählen. Mit 29,4 Prozent der Stimmen würde sie die stärkste Kraft werden. Damit liegt der Stimmenanteil sogar etwas höher als bei den Erwachsenen, hier würden laut dem aktuellen Bayerntrend im Auftrag des Bayerischen Rundfunks vom 8. September rund 28 Prozent die CSU wählen. Zweitstärkste Kraft wäre bei den Kulmbacher Jugendlichen die SPD, 15,9 Prozent der unter 18-Jährigen würden ihr aktuell ihre Stimme geben.

Die Jugend wählt anders – manchmal

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich bei den Grünen: Während im letzten Bayerntrend bayernweit 16 Prozent der Wahlberechtigten grün wählen würde, erreicht die Partei mit der Spitzenkandidatin Annalena Baerbock bei der Jugend nur 11,1 Prozent.

Knapp dahinter landet die AfD, mit 9 Prozent würde fast jeder zehnte Jugendliche der Partei seine Stimme geben. Das entspricht in etwa dem Stimmenanteil im Bayerntrend, hier liegt er noch etwas höher bei 10 Prozent. Die FDP schneidet etwas schlechter ab und landet mit 8,3 Prozent auf Rang sechs. Auch hier ist ein deutlicher Unterschied im Vergleich zu den Wahlberechtigten zu erkennen, die 12 Prozent der Wähler von sich überzeugen kann.

Ein Thema, das derzeit im Wahlkampf kaum eine Rolle spielt, scheint besonders den jungen Kulmbachern am Herzen zu liegen: Der Tierschutz. 7 Prozent der jungen Wähler geben der Tierschutzpartei ihre Stimme, und damit einer Partei, die in aktuellen Wahlumfragen derzeit kaum eine Rolle spielt.

Die Fünf-Prozent-Hürde knapp übersprungen hat Die Linke, 5,9 Prozent der Jungwähler entschieden sich an der symbolischen Wahlurne für diese Partei. Daneben scheinen auch Themen bei der Wahlentscheidung der Jugendlichen eine Rolle zu spielen, die offenbar bei den anderen Parteien aus Sicht der Jugend nicht oder zu wenig repräsentiert werden. Drittstärkste Kraft in der U18-Wahl werden die sonstigen Parteien, sie liegen mit 13,1 Prozent sogar noch vor den Grünen. red

 

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