U18-Wahl Bayreuth Die Linke liegt auf Platz eins

Der Stadt- und Kreisjugendring Bayreuth organisierte mit Radio Mainwelle und dem Nordbayerischen Kurier zwei Podiumsdiskussionen zur Bundestagswahl – dabei konnten auch die unter 18-Jährigen ihre Stimme abgeben. Jetzt liegt die Auswertung vor. Sie weist durchaus überraschende Ergebnisse auf.

Über 1000 Schüler kamen am 3. Februar zur Podiumsdiskussion in der Oberfrankenhalle. Foto: Stefan Brand

Die erste dieser Podiumsdiskussionen fand am 3. Februar in der Oberfrankenhalle statt. Diese richtete sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse aus Stadt und Landkreis Bayreuth. Die Podiumsdiskussion am Vormittag zog über 1100 junge Menschen aus verschiedenen Schulen an, darunter auch aus Pegnitz, Hollfeld oder Weidenberg. Der Präsident des Bayerischen Jugendrings, Philipp Seitz, war ebenfalls anwesend und begleitete die Veranstaltung.

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Direktkandidaten beziehen Stellung

Direktkandidaten aus dem hiesigen Wahlkreis, darunter Silke Launert (CSU), Anette Kramme (SPD), Inken Bößert (Grüne), Tobias Matthias Peterka (AfD), Thomas Hacker (FDP) und Jannick Metz (Linke), nahmen an den Diskussionen teil und gaben ihre Stellungnahmen zu verschiedenen Themen ab. Diese umfassten Jugend, Mobilität und Klima, Wirtschaft sowie Migration und Soziales. Im Anschluss hatten die jungen Menschen die Möglichkeit, an der U18-Bundestagswahl teilzunehmen.

Bei den Erststimmen liegt Jannick Metz (Die Linke) deutlich vor CSU-Kandidatin Silke Launert. Foto: Stadtjugendring

U18 ist das Pendant zu den „echten“ Wahlen: Kurz vor der jeweiligen Europa-, Bundestags- oder Landtagswahl haben landesweit alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. U18 soll, in Vorbereitung auf die Wahlen, Anlass für selbstorganisierte politische Bildung bieten. Im Optimalfall kann die U18-Wahl aus Sicht des Jugendrings sogar in zwei Richtungen wirken: Junge Menschen beschäftigen sich mit Politik - und bringen junge Themen in die Politik ein.

Mehrere Wahllokale

Neben dem Wahllokal in der Oberfrankenhalle konnten die jungen Menschen am selben Tag auch im Zentrum Bayreuth ihre Stimme abgeben. Ein weiteres U18-Wahllokal für den Stimmkreis Bayreuth wurde am 13. Februar in Speichersdorf betrieben. Insgesamt nahmen 676 Jugendliche an der Wahl teil. Von den abgegebenen Stimmzetteln waren 645 Erst- und 640 Zweitstimmen gültig.

Die rege Wahlbeteiligung macht deutlich, dass Jugendliche sich aktiv mit politischen Themen auseinandersetzten und der demokratischen Partizipation einen hohen Stellenwert zusprechen, teilt der Jugendring zu seiner Auswertung mit.

Auch bei den Zweitstimmen hatte Die Linke die Nase vorne. Foto: Stadtjugendring

Auf dem ersten Platz der Direktkandidierenden des gesamten Wahlergebnisses für den Stimmkreis Bayreuth steht Jannick Metz (Die Linke) mit 35 Prozent, gefolgt von Silke Launert (CSU), mit 27 Prozent. Den dritten Platz belegt Tobias Matthias Peterka von der AfD mit 14 Prozent, mit etwas Abstand gefolgt von Anette Kramme (SPD, zehn Prozent). Den fünften Rang belegt Thomas Hacker (FDP ) mit sechs Prozent. Inken Bößert (Bündnis 90/Die Grünen) erreicht fünf Prozent. Bei der Auswertung der Zweitstimmen konnte Die Linke mit stolzen 26 Prozent die jungen Wähler überzeugen. Die CSU erreichte den zweiten Platz mit 24 Prozent, die AfD landete mit 17 Prozent auf dem dritten Platz. Weiter geht es mit der SPD (elf Prozent), Bündnis 90/Die Grünen (sieben Prozent) und der FDP (fünf Prozent).

So sieht das Fazit aus

Fazit des Jugendrings: „Durch die Wahlergebnisse wird sichtbar, wie eine von Jugendlichen gewählte Regierung aussehen würde. Durch die U18-Bundestagswahl konnten die Jugendlichen in Stadt und Landkreis Bayreuth aber vor allem den Prozess des Wählens ausprobieren und sich dadurch auf die echten Wahlen vorbereiten.“ Die bundesweiten Wahlergebnisse werden am 17. Februar unter u18.bayern/ergebnisse veröffentlicht. Sie können als Signal der Jugend an die erwachsenen Wähler verstanden werden.

Die Veranstaltungen wurden gefördert durch die Oberfrankenstiftung und das Deutsche Kinderhilfswerk.