Typisierungsaktion 1050 Menschen kamen für kleinen Jungen

BETZENSTEIN. Die Typisierungsaktion in der Grundschule Betzenstein war noch gar nicht offiziell angelaufen, da gaben sich Stammzellenspendenwillige schon die Klinke in die Hand. Die freiwilligen Helfer unter dem Dach des Bürgervereins „Bürger 23“ sowie dem Verein Hilfe für Anja hatten alle Hände voll zu tun.

1050 Menschen aus Betzenstein und der Region waren es kurz vor Ende der Veranstaltung, die sich einen Wangenabstrich abnehmen ließen. Um möglicherweise mit einer Stammzellenspende dem an Leukämie erkranken eineinhalbjährigen Philipp aus Eichenstruth oder auch jemand anderen von Tausenden in Deutschland, die mit dieser aggressiven Krankheit zu kämpfen haben, zu helfen und damit das Leben zu retten.

Am Ende zählt jeder Einzelne

Bürgermeister Claus Meyer, der zusammen mit zweiten Bürgermeister Peter Marschall jeden potenziellen Spender willkommen hieß und das nötige Formular verteilte, war angesichts des Ansturms überrascht. Er wäre aber auch mit weniger Teilnehmern an der Typisierungsaktion zufrieden gewesen: „Man muss mit dem zufrieden sein, was kommt – im Endeffekt zählt Jeder, egal wie viel es am Ende sind“. Petra Gries von den Helfern vor Ort sagte: „Ich bin überwältigt. Wir hatten ja insgeheim gehofft, dass die Aktion ein Erfolg wird“. Weil in Betzenstein eben jeder jeden kenne und viele auch die betroffene Familie kennen würden.

Viele Vereine beteiligten sich

Rund 80 Helfer hat Gries über den Daumen gepeilt, gezählt. Viele Vereine waren mit dabei, um zum Gelinge der Aktion beizutragen: Die Feuerwehren aus Betzenstein, Eichenstruth, Leupoldstein, Spies und Weidensees, der Skiklub Spies, der Kirwaverein aus Betzenstein sowie die Landjugend aus Weidensees und letztendlich die Helfer vor Ort. Der Erlös aus dem Speisen- und Getränkeverkauf geht selbstverständlich an den Verein Hilfe für Anja. In zwei Zimmern saßen mehrere Stunden lang die Helfer, um den Teilnehmern an der Aktion die Wattestäbchen abzunehmen und zu registrieren. Durch die Bank wurde das ehrenamtliche Engagement als Selbstverständlichkeit bezeichnet. „Es gehört sich einfach so“, sagt Maximilian Otto aus Betzenstein. „Es könnte ja sein, dass das eigene Kind betroffen ist und dann möchte man auch jemanden finden, der hilft.“

Helfen ist eine Ehrensache

Für die Leiterin des Kindergartens Betzenstein, Kerstin Lorenz, war das Helfen eine „Ehrensache“. Sie hat sich mit dem Thema Blutkrebs und Stammzellenspende bereits vor 13 Jahren auseinandergesetzt, als sie sich in Pottenstein typisieren hat lassen. Nachdem Philipp ein Kind der Kinderkrippe Betzenstein ist, ist das Thema wieder ganz nah gekommen. Der Vorsitzende und Motor des Vereins Hilfe für Anja, Michael Sporrer erklärt, dass der Verein die Kosten für die Typisierung übernimmt. Jede Probe koste allerdings 35 Euro und werde in die Datei der Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) aufgenommen. Bis dato habe man speziell für die Aktion in Betzenstein rund 4000 Euro an Spenden erhalten. Wir arbeiten mit der KMSZ zusammen und haben bis jetzt immer eine Lösung gefunden“.
 
 

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