Turnier in Trier Wieder Doppeleinsatz für das Medi-Team

Vorsichtiger Optimismus prägte am Donnerstagabend die Team-Vorstellung von Medi Bayreuth vor Sponsoren und Partnern des Klubs in den Räumen der Firma Tennet. „Wir sind auf dem Weg von einer guten Truppe zu einem Team“, beschrieb Trainer Raoul Korner den Stand der Vorbereitungen. Weitere große Fortschritte verspreche man sich nicht nur von der Neubesetzung der zunächst von Charles Cooke eingenommenen Ausländerstelle, sondern vor allem auch vom bislang verletzt fehlenden Reid Travis. Der neue US-Center sei „unsere physische Komponente unter dem Korb“, was sogar schon der für Individualtraining der großen Spieler zuständige Assistenztrainer Tim Nees schmerzhaft zu spüren bekommen habe. Passend zum Sitz des Namenssponsors für den Nachwuchsverein Young Heroes war vor den Profis auch das U-19-Team gewürdigt worden, das in der vergangenen Saison zum ersten Mal überhaupt die Playoffs der NBBL erreicht hat. Dabei hob Sportdirektor Matthias Haufer hervor, dass die Kooperation mit dem BBC Coburg den Talenten nun die Gelegenheit bietet, Erfahrung in der Pro B zu sammeln. Foto: Peter Mularczyk

BASKETBALL. Zum zweiten Mal in Folge absolviert Medi Bayreuth bei den Vorbereitungen für die kommende Bundesligasaison zwei Testspiele innerhalb von 24 Stunden. Beim SWT-Cup in Trier kommt es am Samstag um 19.30 Uhr zum Vergleich mit dem gastgebenden Zweitligisten, nachdem zuvor um 17 Uhr bereits die Partie zwischen Belfius Mons-Hainaut aus Belgien und dem Bundesligisten BG Göttingen ausgetragen wurde. Die Verlierer beider Spiele stehen sich am Sonntag um 14.30 Uhr gegenüber, die Gewinner um 17 Uhr.

Für die Bayreuther bilden diese Spiele gewissermaßen eine Generalprobe für ihr eigenes Vorbereitungsturnier, das eine Woche später im selben Rhythmus ausgetragen wird. Allerdings sind die Gegner dann noch einmal eine Stufe höher einzuordnen. Das Medi-Team eröffnet den Wettbewerb am Samstag, 14. September, um 17 Uhr gegen den türkischen Eurocup-Teilnehmer Darüssafaka Istanbul, ehe sich um 19.30 Uhr die BBL-Rivalen Brose Bamberg und Riesen Ludwigsburg gegenüber stehen. Das Niveau der Gegner steigert sich also stetig im Vergleich zum vergangenen Wochenende mit den Spielen gegen den Zweitligisten Heidelberg (80:79) und den österreichischen Meister Kapfenberg Bulls (99:75).

Passend dazu erwartet Medi-Trainer Raoul Korner auch entsprechende Fortschritte von seiner eigenen Mannschaft. „Alles etwas besser“, lautet seine Antwort auf die Frage nach Schwerpunkten für die Spiele in Trier. „Wir haben in dieser Woche vor allem Taktik trainiert und dabei auch viel Neues erarbeitet.“ Im Mittelpunkt stand nicht zuletzt die Einbindung des neuen US-Centers Reid Travis, der wegen Beschwerden im Knie und als Folge davon im Fuß bisher noch in keinem Spiel zum Einsatz gekommen ist. „Seit Beginn dieser Woche nimmt er unter voller Belastung am Mannschaftstraining teil“, berichtet Korner, der nun fest mit dem Debüt des Neuzugangs rechnet: „Er gibt uns ganz neue Optionen unter dem Korb, was unser Spiel definitiv verändern wird.“ Ob vielleicht sogar zusätzlich schon ein Nachfolger für den verabschiedeten Charles Cooke dabei sein kann, beurteilt der Coach skeptisch: „Noch ist keiner da, und selbst wenn das noch bis dahin klappen sollte, wäre es für einen Einsatz doch zeitlich schon sehr eng.“

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Stärken und Schwächen der anderen Mannschaft spielen dabei für Korner weiterhin keine Rolle. Folglich hat er auch keinen Wunschgegner für das zweite Spiel: „Ich kenne beide Spielweisen nicht, und das ist für mich auch komplett irrelevant.“ Zudem sollte man schon den ersten Rivalen nicht unterschätzen: „Die Trierer werden sich bei ihrem Heimturnier gut präsentieren wollen. Auch das wird ein guter Test.“ Am vergangenen Wochenende konnten die Gladiators allerdings bei einem Turnier in Rhöndorf gegen den Bundesligisten Würzburg mit 60:101 wenig ausrichten, ehe sie den gastgebenden Regionalliga-Vertreter mit 102:61 ebenso klar besiegten.

Für die BG Göttingen wird das erste Spiel in Trier zur dritten Begegnung mit einem belgischen Erstligisten innerhalb von acht Tagen. Am vergangenen Wochenende gewannen die Veilchen gegen Limburg United mit 95:79 und gegen die Leuven Bears mit 95:80.

Gladiators Trier: Ex-Bayreuther in Führungsrolle

Der Nachfolgeverein der TBB Trier, die zwischen 1990 bis zur Insolvenz im März 2015 ununterbrochen in der Bundesliga vertreten war, spielt derzeit in der Pro A. Dort hat er sich in der vergangenen Saison als Tabellensechster der Hauptrunde für die Playoffs qualifiziert, aber dort folgte im Viertelfinale gegen die Nürnberg Falcons mit 0:3 Siegen ein schnelles Saisonende. Ein Ex-Bayreuther nimmt bei den Moselstädtern seit nunmehr vier Jahren eine zentrale Führungsrolle ein: Kapitän Simon Schmitz, von 2010 bis 2015 in Bayreuth, dirigiert zusammen mit US-Neuzugang Jordan Geist (Missouri Univ.) den Spielaufbau, assistiert von den beiden Eigengewächsen Rupert und Vincent Hennen sowie dem erstligaerfahrenen Ex-Oldenburger Kevin Smit.

Der US-Amerikaner Kyle Dranginis (Kopenhagen/DEN), der Luxemburger Nationalspieler Thomas Grün (Nancy/FRA) und Lucien Schmikale (BA Weser-Ems) sorgen für Gefahr von den Flügelpositionen, während man unter den Brettern auf einen Routinier setzt: Der mittlerweile 36-jährige kanadische Centerspieler Jermaine Bucknor, der von 2012 bis 2015 bereits für Trier in der BBL gespielt hatte, kehrte vor zwei Jahren nach Stationen in Belgien und Argentinien an die Mosel zurück und war zuletzt mit durchschnittlich 14,1 Punkten und 6,1 Rebounds noch immer absoluter Leistungsträger. An seiner Seite stehen mit Till Gloger (Mitteldeutscher BC) und Stefan Ilzhöfer (Frankfurt, Ludwigsburg) personelle Alternativen mit Erstligaerfahrung.

Belfius Mons-Hainaut: Nur noch zwei Stammkräfte aus der Vorsaison

Der zweifache belgische Pokalsieger (2006, 2011) und Finalist im damaligen Fiba-Eurocup (2008) hat in der zurückliegenden Saison als Fünfter der nur zehn Mannschaften umfassenden belgischen Liga die Playoffs um die Meisterschaft erreicht. Dort verabschiedete er sich dann aber umgehend mit 0:2 Siegen gegen den Hauptstadtklub Brüssel aus dem Titelrennen.

Im Sommer unterzeichnete der ehemalige schwedische Nationaltrainer Vedran Bosnic (zuvor Genf/ SUI) bei den Wallonen einen Zweijahresvertrag. Das war aber nur der Anfang eines großen personellen Umbruchs. Hart traf den Klub der Verlust von Mike Smith, der in der Korbjägerliste der abgelaufenen Saison Vierter geworden war (15,8 Punkte pro Spiel). Der 32-jährige Amerikaner musste seine Laufbahn wegen Herzbeschwerden beenden.

Nur zwei Stammkräfte aus der Vorjahresformation spielen auch weiterhin für Mons-Hainaut: US-Flügelspieler Justin Cage, der in seine mittlerweile elfte Saison geht, sowie Power Forward Sander van Caeneghem. Neu dazu kamen der serbische Aufbau-Routinier Filip Adamovic (Igokea/BIH), die US-Guards Arik Smith (Bratislava/SVK), Anthony Lambot (Leuven/ BEL), die US-Flügel- und Centerspieler Auston Barnes (Södertalje/SWE) und Lennard Freeman (Bursa/TUR) sowie Katin Reinhardt. Der als Shooting Guard und Small Forward einsetzbare Amerikaner absolvierte 2018 und 2019 insgesamt 39 Bundesligaspiele sowie elf Eurocup-Partien für Ulm und verzeichnete dabei durchschnittlich 8,7 Punkte pro Einsatz.

BG Göttingen: Kyan Anderson ersetzt Michael Stockton

Michael Stockton hat die BG Göttingen nach zwei starken Jahren verlassen und geht künftig für Cholet Basket in der ersten französischen Liga auf Korbjagd, in seine großen Fußspuren soll jetzt mit Kyan Anderson ein Ex-Bayreuther treten. „Er kann punkten und passen, je nachdem, was das Team benötigt. So einen Spieler haben wir gesucht“, sagt Head Coach Johann Roijakkers, der die Südniedersachsen 2014 in die BBL zurückführen und seither im Oberhaus etablieren konnte. Ebenfalls neu auf den Ausländerpositionen sind das erst 17-jährige niederländische Aufbautalent Dolf Veltman (Landslake/NEL), der belgische Aufbau- und Flügelspieler Elias Lasisi (Ostende/BEL) sowie die beiden Innenspieler Terry Allen (Ironi Nahariya/ISR) und Zane Waterman (Koprat Lapua/FIN), die sich zu ihrem in der Leinestadt verbliebenen US-Landsmann Darius Carter sowie dem serbischen Forward Mihajlo Andric gesellen.

Über ein Plus an Qualität und Quantität gegenüber den Vorjahren sollten die Veilchen auf den deutschen Kaderpositionen verfügen: Dennis Kramer, Nationalspieler Dominic Lockart und Mathis Mönninghoff haben den Göttingern die Treue gehalten. Alternativen für den Backcourt sind der 25-jährige Kevin Bryant (Rostock), Marvin Omuvwie (Nürnberg) sowie nicht zuletzt der hochtalentierte, 21-jährige Ex-Berliner Benett Hundt. Nach vier Jahren am Rollins College in Florida (NCAA II) startet der 2,03 Meter große Deutschamerikaner Daniel-William Loh seine Profikarriere im lila Dress.

 

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