Der TSV Neudrossenfeld startet am Freitagabend (19 Uhr) gegen den FC Eintracht Bamberg in sein erstes Heimspiel des Jahres in der Fußball-Bayernliga Nord – und tut das mit einer Mischung aus Planungssicherheit und frischem Frust im Gepäck.
Nach der Niederlage in Cham wartet auf Neudrossenfeld mit Eintracht Bamberg gleich der nächste Top-Gegner. Trainer Baumer wünscht sich trotz klarer Rollenverteilung Zählbares.
Der TSV Neudrossenfeld startet am Freitagabend (19 Uhr) gegen den FC Eintracht Bamberg in sein erstes Heimspiel des Jahres in der Fußball-Bayernliga Nord – und tut das mit einer Mischung aus Planungssicherheit und frischem Frust im Gepäck.
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Erst kurz vor dem Start in die Restrückrunde hatte der Verein mit Trainer Andreas Baumer und dessen „Co“ Martin Damrot verlängert, „weil beide Seiten wissen, was sie aneinander haben“, wie Baumer sagt. Der 44‑Jährige sieht den TSV als „eine der spannendsten Adressen der Region“ und freut sich, den gemeinsamen Weg mit einer jungen Mannschaft weiterzugehen.
Umso ärgerlicher war für ihn die 0:1‑Niederlage beim ASV Cham, die den Coach nach Abpfiff spürbar emotional werden ließ. Zwar sprach Baumer von einem verdienten Sieg der Oberpfälzer, hielt aber gleichzeitig einige Schiedsrichterentscheidungen für einen „Wahnsinn“.
Mit etwas Abstand ist der TSV-Trainer nicht mehr so emotional, bleibt aber bei seiner Einschätzung: Cham sei nicht umsonst seit knapp zwei Jahren zu Hause ungeschlagen und damit eine der unangenehmsten Auswärtsaufgaben der Liga – nicht zuletzt wegen der besonderen Platzverhältnisse.
Der extrem schmale und nicht allzu lange Rasen in Cham zwingt fast jeden Gegner in einen anderen Spielstil, und auch Neudrossenfeld musste von den gewohnten fußballerischen Abläufen abrücken. „Das war uns bewusst, wir wussten, dass es ein richtiges Brett wird“, sagt Baumer. Vieles sei dort ein Abnutzungskampf, für den man „das notwendige Quäntchen Spielglück“ brauche – ein Faktor, der aus seiner Sicht fehlte.
Dennoch hebt Baumer hervor, dass seine Mannschaft „nicht aufgesteckt“ habe und trotz Unterzahl auf den Ausgleich drängte– auch wenn der zwingende Abschluss letztlich fehlte. „Der Gegner war gefährlicher, ja – aber wir dürfen trotzdem unentschieden spielen“, sagt er.
Nun wartet allerdings die nächste anspruchsvolle Prüfung: Am Freitag empfängt der TSV mit dem FC Eintracht Bamberg einen Gegner, der zu den ambitioniertesten Mannschaften der Bayernliga zählt und der Baumer aus seiner Heimatstadt bestens vertraut ist. Zwei Jahre trainierte er obendrein die A-Junioren der Violetten.
Die Domreiter hatten vor zwei Wochen ihr Auftaktspiel gegen die U21 des FC Ingolstadt mit 1:2 verloren, das für sie angesetzte Duell gegen den ASV Neumarkt fiel am vergangenen Wochenende allerdings aus – Rückschlüsse auf die aktuelle Form sind für Baumer nur schwer möglich. „Beobachtet habe ich sie nicht“, sagt er, „aber ich kenne die Mannschaft auch so gut genug.“
Das zeigte sich beim 1:1 im Hinspiel: Da hatten die Grün-Weißen die Bamberger am Rande einer Niederlage. „Sie hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn wir damals alle drei Punkte entführt hätten“, erinnert sich Baumer. Gleichzeitig schränkt er aber ein, dass das Team von Trainer Jan Gernlein sich damals noch in einer Findungsphase befunden habe. Seitdem sieht Baumer den Gegner „gefestigter als damals“.
Unverändert sei jedoch die große Qualität des Gegners: Bamberg verfüge über eine hochtalentierte Mannschaft mit vielen hervorragend ausgebildeten jungen Spielern – ein Mix, der das Duell am Freitag zu einem „sehr interessanten Vergleich“ macht. Insgesamt sieht er sein Team aber „aktuell gar nicht so weit entfernt“ vom Gegner. „Natürlich ist Bamberg der klare Favorit, das heißt aber nicht, dass wir chancenlos sind“, betont der 44-Jährige.
Er weiß, wie anspruchsvoll der Start ins Fußballjahr ist: Nach Cham wartet mit Bamberg bereits die zweite Mannschaft aus den Top fünf. Vom Tabellenbild her wäre es deshalb keine große Überraschung, sollte der TSV nach zwei Spielen noch ohne Punkt dastehen. Gerade weil dieses Szenario im Bereich des Erwartbaren liegt, ist es für Baumer jedoch wichtig, frühzeitig zu punkten. „Je mehr Wochen verstreichen und wir stagnieren, desto ungemütlicher wird’s.“
Personell sieht es vor dem Freitagsspiel ordentlich aus. Mikel Seiter ist noch leicht angeschlagen, Baumer hofft aber, dass es reicht. Fraglich ist zudem der Einsatz von Lucas Hümmer, der nach seiner Einwechslung in Cham „viel Wind machte“, aber nun mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hat.