Trotz Niederlage Andreas Seiferth stolz auf 50. Länderspiel

Zufrieden sein durfte Andreas Seiferth (Mitte, weißes Trikot) mit seiner Leistung im 50. Länderspiel. Offensiv nutzte er seine Chancen konsequent, und in der Verteidigung hatte das ganze Team ein paar Schwierigkeiten. In dieser Szene war Montenegros Topscorer Justin Cobbs sicher auch kein passender Gegenspieler für den Center von Medi Bayreuth. Foto: Fiba Europe Quelle: Unbekannt

BASKETBALL. Zwei Niederlagen gab es für die deutsche Mannschaft am zweiten Doppelspieltag der Qualifikation zur Europameisterschaft. Zwei Tage nach dem 74:80 (39:38) gegen Montenegro ging gestern in der „Blase“ in Pau auch die Partie gegen Gastgeber Frankreich mit 74:86 (41:42) verloren. Große Bedeutung haben die Ergebnisse allerdings nicht, denn bekanntlich ist Deutschland als einer der Gastgeber bei der ins Jahr 2022 verschobenen EM-Endrunde ohnehin qualifiziert.

Deswegen überwogen für Bundestrainer Henrik Rödl auch die positiven Aspekte: „Wir sind enttäuscht, dass wir beide Spiele verloren haben. Aber die Jungs haben viele Erfahrungen sammeln können, das ist sehr wichtig.“ Respektabel war insbesondere die Leistung bei der Begegnung mit dem WM-Dritten Frankreich, in die das unerfahrene DBB-Team (ohne die Euroleague-Spieler von Bayern München und Alba Berlin) als klarer Außenseiter gegangen war. „Es war rund 35 Minuten lang ein sehr hart umkämpftes Spiel“, befand Rödl. Erst das letzte Viertel ging mit 25:15 klar an die Franzosen.

Die Niederlage gegen Montenegro verdarb ein wenig das Jubiläum von Andreas Seiferth, der acht Jahre nach seinem Länderspiel-Debüt zum 50. Mal das Trikot der Nationalmannschaft trug. „Schade, dass es nicht mit einem Sieg gekrönt wurde“, sagte der Center von Medi Bayreuth gegenüber DBB-TV. „Aber trotzdem ist es für mich ein Meilenstein. Es ist schön, so ein Ziel erreicht zu haben.“ Vollkommen unzufrieden war er mit dem Spiel auch nicht: „Man kann uns die Energie nicht absprechen. Wir haben mit viel Einsatz und Tempo gespielt. Wir haben aber auch viel ausprobiert und bei Umstellungen in der Verteidigung auch mal die Zuordnung verloren.“

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Mit seiner persönlichen Vorstellung durfte Seiferth sogar richtig zufrieden sein. Seine Einsatzzeit von 14:25 Minuten nutzte er sehr effektiv zu zehn Punkten (4/5 aus dem Feld, 2/2 Freiwürfe). Zusammen mit zwei Rebounds und einem Assist bei nur einem Ballverlust kam der Medi-Center auf einen Effektivitätswert von 11. In beiden Statistiken wurde er in der DBB-Auswahl nur von den beiden erfolgreichsten Punktesammlern übertroffen, dem in Saragossa (Spanien) spielenden Robin Benzing (21) und dem Ulmer Andreas Obst (17). Topscorer bei Montenegro war der frühere Bundesligaspieler Justin Cobbs (München, Frankfurt), der für Budocnost Podgarica spielt. Der Guard erzielte 20 Punkte.

Gegen Frankreich verzeichnete Seiferth ganz ähnliche Werte mit neun Punkten (3/5 aus dem Feld, 3/4 Freiwürfe), vier Rebounds und dem Effektivitätswert 9. Allerdings begrenzten fünf Fouls seine Einsatzzeit auf 14:08 Minuten. Die meisten deutschen Punkte erzielte Obst (16), trotz mäßiger Trefferquote aus dem Feld (4/12), vor Karim Jallow (Braunschweig/13), Benzing und Ismet Akpinar (je 12), der bei Bahcesehir Istanbul unter Vertrag steht. Erfolgreichster Franzose war Yakuba Ouattara (Betis Sevilla) mit 24 Punkten vor dem Ex-Münchner Mathias Lessort vom AS Monaco mit 17.

Die beiden anderen Spieler mit Bayreuth-Bezug spielten keine sehr auffälligen Rollen. Der in Bayreuth geborene Leon Kratzer kam als Center der Startformation auf sechs Punkte gegen Montenegro und fünf gegen Frankreich, der in diesem Jahr von Bayreuth nach Braunschweig gewechselte Lukas Meisner blieb in seinen ersten Länderspiel-Einsätzen ohne Korberfolg