Trotz dritter Welle Hunderttausende Impfdosen gehen in den Ausguss

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In Bayern werden auch weiterhin Hunderttausende von Corona-Impfdosen im Abfall landen - trotz der anschwellenden dritten Welle der Pandemie.  Grund dafür sind Haftungsfragen.

Hof/München - Dies ist der Antwort auf eine Anfrage unsere Zeitung beim bayerischen Gesundheitsministerium zu entnehmen. Hintergrund: Unter Ärzten ist seit längerem bekannt, dass der Impfstoff von Biontech in Fläschchen geliefert wird, die so gut gefüllt wird, dass man statt der vorgesehenen sechs (früher sogar nur fünf) Impfdosen gut sieben gewinnen kann. 

In anderen Ländern der EU, wie in Österreich und Großbritannien, stellt die Nutzung der „siebten Dosis“ bei Biontech hingegen die Regel dar.  in einigen deutschen Bundesländern wird die Praxis zumindest geduldet.   

In der Frage, ob auch bayerische Ärzte diese Möglichkeit nützen sollten, hält sich das Gesundheitsministerium des Freistaats jedoch weiter bedeckt. In der Antwort auf unsere Anfrage räumte ein Ministeriumssprecher ein, dass die Behältnisse durch die Hersteller tatsächlich durch den Hersteller regelmäßig überfüllt würden. Dies geschehe aber nur, um sicherzustellen, dass für die vorgesehenen Dosen immer genug Serum vorhanden sei.

„Sofern ein impfender Arzt im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit anderweitig vorgeht, bleibt ihm dies unbenommen“, erläutert der Ministeriumssprecher. Allerdings müsse der Arzt sich bewusst sein, dass die Entnahme einer siebten Dosis ebenso wie jede andere Abweichung von der mit der Zulassung festgelegten Vorgehensweise die Haftung des Herstellers für Arzneimittelschäden beende. Alleinig verantwortlich und haftbar wäre dann nur noch der Arzt. Insider gehen davon aus, dass sich nur wenige Ärzte diesem Risiko aussetzen werden. 

Damit werden auch künftig Hunderttausende von Biontech-Impfdosen auch weiterhin einfach entsorgt werden.

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