Trockenheit setzte den Pflanzen zu - Anbaufläche stagniert Maisernte in der Region fällt schlecht aus

Von Heike Hampl und Peter Engelbrecht

Die Erntebilanz für Silomais fällt in diesem Jahr mäßig aus. „Es fehlt an Masse und Qualität“, sagt Udo Köhler vom Bauernverband in Bayreuth.

Die Maisernte fällt in diesem Jahr schlechter aus. Foto: Karl Heinz Lammel/Archiv Foto: red

Die meisten Landwirte sind mittlerweile fast fertig mit dem Häckseln und stellen fest: Die Kolben sind nicht voll mit Körnern, aber in den Körnern steckt die Energie des Maises. Der Mais ist wegen des trockenen und heißen Sommers in Teilen der Region nur einen Meter hoch gewachsen. „Das führt zu einer Knappheit“, sagt Köhler. Sowohl im Bereich Viehfutter als auch in den Biogasanlagen. Für Landwirte bedeutet das, dass sie wohl Futter zukaufen müssen. „Das ist für viele ein finanzielles Problem.“ Gerade für die Milchbauern sei es schwer, weil sie wegen des niedrigen Milchpreises ohnehin Einnahmen einbüßen. Die Einschätzung einer Knappheit ist auf dem Land immer wieder zu hören. Der zweite und dritte Grasschnitt war mehr als dürftig, "wenn der vierte Schnitt nicht einschlägt, wird das Futter knapp", meint ein Landwirt.  

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Im Raum Hollfeld liegt der Ertrag pro Hektar bei 25 bis 40 Tonnen Frischmasse, berichtet der Bauernverband. Im Raum Gefrees liegt er bei 40 bis 45 Tonnen pro Hektar. Das sind zehn bis 15 Prozent weniger als üblich. Im Raum Betzenstein beträgt der Ertrag 30 bis 40 Tonnen pro Hektar. Hier beträgt das Minus 30 bis 40 Prozent. Rund um Speichersdorf gab es bis zu 30 Prozent Einbußen, der Ertrag liegt hier bei 30 Tonnen pro Hektar.

Theodor Knopf aus Unterschwarzach (Stadt Creußen) hatte vier Hektar Silomais angebaut. Er wollte den gesamten Bestand ab Feld verkaufen, brachte aber nur die Hälfte los. "Fünf bis sechs Bauern haben nachgefragt, ich hatte angesichts des knappen Futterangebots mehr erwartet", sagt der Landwirt. Der Preis für Silomais ab Feld liege in diesem Jahr zwischen 1400 und 1700 Euro pro Hektar und sei damit in etwa stabil, berichtet Knopf. Die restlichen zwei Hektar hat er gehäckselt und ins Silo gebracht. Möglicherweise wird die Silage später an einen Biogasbetreiber verkauft. 

Die Maisfläche im Landkreis Bayreuth hat sich stabilisiert. Laut Statistik wurden im laufenden Jahr 7476 Hektar angebaut, das entspricht 22 Prozent der gesamten Ackerfläche, berichtet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth. Im Vorjahr waren es 7589 Hektar, ein Jahr vorher 7015 Hektar. Nach Beginn des Biogasbooms ist die Anbaufläche ab 2005 stetig angestiegen. Damals betrug die Fläche rund 5000 Hektar. Behördenleiter Ernst Heidrich geht davon aus, dass rund ein Drittel der Maisfläche für Biogasanlagen verwendet, der Rest an Rinder verfüttert wird. "Seit zwei Jahren werden keine neuen Biogasanlagen mehr gebaut, damit gibt es auch keinen gravierenden Anstieg bei den Maisanbaufächen mehr", sagt Heidrich. Auch bei der Zahl der Rinderhalter, die Mais verfüttern, gebe es keinen Zuwachs.