Um sich an das Leben etwa an einer stark befahrenen Straße zu gewöhnen, brauchen sie Hilfe - bei hohen Temperaturen umso mehr. Im Straßenraum wirke sich Hitze besonders aus, bis zu 70 Grad könnten dort herrschen, Hitzeabstrahlung von versiegelten Flächen könne dies noch verschärfen. "Dazu kommt in der Frankfurter City, dass die Fenster der Hochhäuser das Sonnenlicht reflektieren", sagt Kreißl.
In Kassel rechnet man aktuell mit Schäden an der Vegetation und Verlust von Bäumen: "Es müsste eigentlich deutlich mehr gewässert werden, aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen kann dies jedoch nicht erfolgen", sagt der Stadtsprecher.
Sterben mehr Bäume und was ist die Konsequenz?
Mehr als 1.000 Bäume müssen in Frankfurt pro Jahr gefällt und nachgepflanzt werden, manchmal sind es bis zu 1.800 Stück, unter anderem auch wegen Schädlingsbefalls. Nachdem es einige Jahre größere Ausfälle gegeben habe, seien die Zahlen seit einigen Jahren stabil.
Neue Sorten sollen sich als widerstandsfähiger erweisen. Kreißl nennt als Beispiel den Amerikanischen Amberbaum, der sowohl mit Hitze als auch mit Kälte auskommt.
Wird ausschließlich Trinkwasser eingesetzt?
In Frankfurt wird neben Trinkwasser auch sogenanntes Betriebswasser eingesetzt. Dieses stammt beispielsweise aus dem Main, ist gesammeltes Regenwasser oder Grundwasser. "Perspektivisch soll zur Bewässerung der Bäume und Grünanlagen hauptsächlich auf dieses alternative Wasser zurückgegriffen werden, um die Ressource Trinkwasser zu schonen", sagt Miriam Leistenschneider-Jacob vom Grünflächenamt. In Arbeit ist auch ein Projekt mit aufbereitetem Schwimmbadwasser.
Die Stadt setzt zudem auf Digitalisierung. Sensoren zeigen zum Beispiel, wie hoch der Bedarf in den einzelnen Bodenschichten und Stadtteilen tatsächlich ist. Bei der Datenauswertung wird auch Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Das Ziel: bedarfsgerechte Bewässerung.
In Kassel werden Zisternen gebaut, um Regenwasser zu nutzen. Wenn es allerdings trocken sei, stoße das an Grenzen und könne Trinkwasser nicht ersetzen, heißt es von der Stadt. Auch Betriebswasser wird eingesetzt.