Trebgaster Badesee Bauhof-Mitarbeiter bergen toten Mann

Foto: Melitta Burger

TREBGAST. Schrecklicher Fund am Mittwochmorgen: Im Trebgaster Badesee ist ein 79-jähriger Mann tot im Wasser entdeckt worden.

Ein einsames Auto steht am Mittwochfrüh auf dem Parkplatz vor dem Trebgaster Badesee. Das Tor zum See ist geschlossen. Doch der Grund dafür ist nicht allein das schlechte Wetter an diesem Tag. Weiter hinten am Seeufer sind Einsatzkräfte zu sehen. Eine Polizeistreife fährt ihre Runde. Die Webcam, die auf den See gerichtet ist und alle 15 Sekunden aktuelle Bilder sendet, zeigt kurz vor 7 Uhr hektische Betriebsamkeit. Feuerwehrfahrzeuge rücken an, das BRK, die Polizei.

Es sind Bilder, die an den tragischen Tod einer 22-jährigen Studentin aus Bayreuth erinnern, die fast genau vor einem Jahr ebenfalls in dem See ertrunken war, in dem sich an heißen Tagen Tausende Menschen aus der ganzen Region tummeln. Fast an der selben Stelle, an der Anfang August 2018 nach einer zweitägigen verzweifelten Suche die tote indonesische Studentin aus dem See geborgen wurde, stehen auch dieses Mal wieder die Fahrzeuge der Retter. Sie rücken bald wieder ab. Zurück bleibt nur ein Fahrzeug der Kriminalpolizei. Gut eine Stunde später biegt ein Leichenwagen in den Weg am Seeufer ein. 

Offenbar schon vor Stunden gestorben

Eine Spaziergängerin hat am Mittwochmorgen gegen 6.30 Uhr im Trebgaster Badesee eine schreckliche Entdeckung gemacht: Im Wasser trieb ein lebloser menschlicher Körper. Die Frau setzte sofort einen Notruf ab. Rettungskräfte von der Feuerwehr und dem BRK und die Polizei rückten umgehend zum Badesee aus.

Als die Rettungsdienste in Trebgast eintrafen, hatten Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs den leblosen Mann bereits ans Ufer geholt. Die Männer hatten eines der Boote benutzt, um den an der Wasseroberfläche treibenden Körper schnellstmöglich zu bergen. Zu diesem Zeitpunkt gab es wohl noch Hoffnung, den Mann retten zu können. 

Doch helfen konnte dem Mann niemand mehr. Der 79-jährige Mann aus dem Gemeindebereich Trebgast war offenbar bereits vor Stunden gestorben. Dem Notarzt blieb nur noch, den Tod des Mannes festzustellen. Sein Auto, das am Morgen als einziges Fahrzeug auf dem Parkplatz vor dem See stand, hatte er wohl schon am Vortag dort abgestellt, als er, wie an vielen Tagen zuvor auch, zum Schwimmen gegangen war. Das bestätigt auch das Bayreuther Polizeipräsidium. Nach ersten Ermittlungen geht die Kripo davon aus, dass der Senior bereits am Dienstagabend im See ums Leben gekommen ist. 

Der Mann, der in einem Trebgaster Ortsteil lebte, war Stammgast am See. Warum er nicht schon am Abend vermisst wurde: Der Mann lebte allein. Seine Frau war vor einiger Zeit gestorben, erzählen Menschen aus seinem Umfeld. Sie haben die Nachricht vom Tod des 79-Jährigen mit Bestürzung aufgenommen.

Fast täglich zum Schwimmen gekommen

Bürgermeister Werner Diersch war ebenfalls am frühen Morgen an den See geeilt. Betroffen musste Diersch zur Kenntnis nehmen, dass es keine Rettung mehr für den Senior gab, der fast täglich zum Schwimmen an den See gekommen war. Werner Diersch kennt den Mann, der im Bereich der Gemeinde Trebgast lebte, persönlich. Als der Bürgermeister schließlich gegen 9 Uhr vom See wegfuhr, zeigte er sich erschüttert.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Beamten der Kripo Bayreuth liegen derzeit keine Hinweise auf Fremdeinwirkung vor, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bayreuther Polizeipräsidium. Die Kripo hat jetzt die Aufgabe, herauszufinden, was zum Tod des 79-jährigen Mannes geführt hat. 

Im Rahmen der Todesermittlung wurde, wie Sprecherin Anne Höfer auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, auch eine Obduktion des Leichnams angeordnet. Es wird wohl einige Tage dauern, bis feststeht, woran der Mann gestorben ist. 

 

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