Transfette Viszerales Fett – Was ist das und wie reduziert man es?

Helena Hadzic
Viszeral-Fett macht den Bauch dick – die kommt durch Transfette, die in verschiedenen Lebensmitteln enthalten sind. Foto: imago images/YAY Images/yaroslav astakhov via www.imago-images.de

Die sogenannten „Viszeralen Fette“ rund um die Bauchregion enthalten viele Transfette aus Lebensmitteln, die der guten Figur den Kampf ansagen. Wie Sie diese Fette vermeiden und auch wieder loswerden können.

Ein schlechtes Gewissen stellt sich häufig ein, wenn man bemerkt, dass ein weiteres Loch in den Gürtel gestochen werden muss – noch ein schlechteres, wenn die Lieblingsjeans gar nicht mehr passt. Der Grund ist meist die Gewichtszunahme am Bauch, die sich gefühlt über Nacht auf mysteriöse Art und Weise eingestellt hat.

Plötzlich ist er da, selbst wenn der Rest des Körpers unverändert scheint. Ist der Bauch im Verhältnis zur Figur unverhältnismäßig rund, spricht man von „viszeralen Fetten“, dem Übeltäter schlechthin. Denn sie enthalten Transfette, die gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können. Das Risiko, an Atherosklerose zu erkranken, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, erhöht sich mit der Zufuhr von Transfetten. Aber auch Bluthochdruck, Diabetes und andere Krankheiten können die Folge sein.

Doch was genau sind Transfette und Viszeral-Fette?

Die sogenannten „Trans-Fettsäuren“ sind meist ungesättigte pflanzliche Fettsäuren, die industriell chemisch verändert wurden und dem menschlichen Körper in Form von Lebensmitteln zugeführt werden. Sie bewirken, dass sich der schlechte Cholesterin-Anteil erhöht und die Arterien verstopfen können. Es kommt zu Fettstoffwechselstörungen, die Fettleibigkeit begünstigen, und das Risiko koronarer Herzerkrankungen steigt. In direkter Verbindung zu diesen Trans-Fettsäuren steht das „Viszeralfett“, auch „intraabdominales Fett“ genannt, die als Energiereserven dienen und diese Transfette enthalten. Damit ist aber nicht jenes Fett gemeint, dass direkt unter der Haut sitzt, das „subkutane Fett“, sondern es meint vielmehr das Bauchfett, das die Organe im Inneren der Bauchhöhle umhüllt, zum Beispiel die Leber oder den Darm. Das Problem sitzt also viel tiefer und sendet aufgrund der hohen Stoffwechselaktivität Botenstoffe aus, die dem Körper nicht unbedingt zuträglich sind, wenn der Anteil der Viszeral-Fette zu hoch ist.

Bei Männern sammeln sich die viszeralen Fette gerne in der Bauchregion an, Frauen erwischt es meistens an den Hüften aufgrund des hohen Östrogen-Anteils – als Reserven für eine Schwangerschaft und Stillzeit. Die gute Nachricht ist: Im Gegensatz zum subkutanem Fett können die viszeralen Fette genauso schnell verschwinden, wie sie sich angesetzt haben – regelmäßig Sport treiben, Stressreduzierung und die richtige Ernährung mindern das Risiko von viszeralem Fett an Bauch und Hüfte und sorgen auch für den Abbau des unerwünschten Bauches.

Lebensmittel: Das sind die Flops

Vorsicht ist besser als Nachsicht, besagt ein altes Sprichwort und in dem Fall passt der Schuh. Transfette sind in verschiedenen Lebensmitteln enthalten, die man entweder gar nicht oder nicht zu häufig konsumieren sollte. Der altbekannte Bestseller unter den Fettmachern der Transfette ist Fast Food. Auch auf Süßwaren sollte weitestgehend verzichtet werden, wie etwa der Schokoriegel zwischendurch oder Backwaren wie Berliner, Donuts oder auch Croissants. Fertig- und Tiefkühlprodukte sind weitere Risikofaktoren – Tütensuppen und Pizzen sollten also weniger in die Tüte kommen. Bei Milcherzeugnissen lieber zu qualitativ höherwertigen Produkten greifen: Kühe produzieren nämlich natürliche Transfette, die später in der Milch enthalten sind, daher hängt der Transfett-Anteil verhältnismäßig stark davon ab, wie die Wiederkäuer gehalten und gefüttert werden. Gleiches gilt demnach auch für Rindfleisch. Bei Getränken gilt die Regel der kalorienarmen Erfrischung: Wasser und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees statt Cola, Limonade und Alkohol.

Im Nahrungsmittelhandel zum richtigen Öl greifen

Transfette können allerdings auch entstehen, sobald pflanzliche Öle in einer Pfanne oder beim Frittieren erhitzt werden. Daher empfiehlt es sich, die Pfanne nicht zu stark zu erhitzen und dafür lieber länger zu braten. Ideal sind Öle, die einen höheren Siedepunkt haben – normales Sonnenblumenöl oder Olivenöl sind daher weniger empfehlenswert, weil diese ungesättigte Fettsäuren haben. Aber: Sonnenblumenöl als spezielles Bratöl beispielsweise enthält mehr gesättigte Fettsäuren, wodurch beim Erhitzen weniger Transfette entstehen. Beim Olivenöl bietet die native, kalt gepresste Variante einen Vorteil. Um das Risiko vollständig zu beseitigen, kann auf gesättigte Öle und Fette, wie etwa Kokosöl, zurückgegriffen werden. In diesem Zuge ist auch ein seltener Konsum von frittierten Produkten wie Chips, Pommes oder Chicken Wings zu empfehlen.

Allgemein gilt demnach: Bei Getränken und Lebensmitteln auf Kalorien achten, Süßwaren meiden, weniger Tiefkühl-und Fertigprodukte in die Tüte packen und die richtige Milch und das richtige Bratöl verwenden. In Verbindung mit regelmäßiger Bewegung lässt sich auf die Weise dem Viszeralfett den Kampf ansagen, um bald wieder in die Lieblingsjeans zu passen.

 

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