Traininigsstart bei Medi 50 Tage Blut, Schweiß und Tränen

Bis auf drei Neuzugänge konnte Medi-Trainer Raoul Korner (Mitte) am Montag seinen gesamten Kader zum Vorbereitungsstart in der Oberfrankenhalle begrüßen. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Vor den Erfolg hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt. Das gilt auch für die Spieler von Bundesligist Medi Bayreuth. Die sind am Montag in die 50 Tage dauernde Vorbereitung gestartet – mit viel Enthusiasmus, Zuversicht und dem großen Ziel, am 24. September top vorbereitet den oberfränkischen Rivalen Brose Bamberg zum Saisonstart in der Oberfrankenhalle zu empfangen. Und auch zu schlagen.

Obgleich Raoul Korner nun schon die vierte Mission „Blut, Schweiß und Tränen“ am hiesigen Standort verantwortet, eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude ist ihm vor der ersten Trainingseinheit mit seinem neuen Team durchaus anzumerken. „Spannend. Es ist nie Routine, es gibt immer eine gewisse Unvorhersehbarkeit“, beschreibt der Medi-Coach seinen Gemütszustand zum Trainingsauftakt, wertet seine Anspannung aber auch als durchaus gutes Zeichen, in seinem Berufsfeld immer noch gut aufgehoben zu sein. Sobald er beim ersten Training einmal keine Nervosität mehr verspüre, sagt der 45-Jährige, sei das ein sicheres Zeichen dafür, „dass ich mir einen neuen Job suchen muss“.

Bei der Vorbereitung setzt der Österreicher auf viel Bewährtes wie die hohe Anzahl an Testspielen – sechs der neun Partien bestreitet das Medi-Team vor eigenem Anhang – oder das einwöchige Trainingslager in Innsbruck. Ansonsten aber werde das Training auf die neue Mannschaft zugeschnitten sein. „Ich nehme bei den Inhalten durchaus Veränderungen vor“, sagt der Medi-Coach und macht deutlich, dass es schon in den ersten Einheiten gleich zur Sache gehen wird. „Wir arbeiten sofort mit hoher Intensität an der Entwicklung unserer Philosophie.“

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Drei Neuzugänge fehlen beim Trainingsstart

Acht Neuzugänge hat Korner in den kommenden Wochen zu integrieren, fünf waren beim Trainingsstart schon mit dabei: James Robinson, James Woodard, Joanic Grüttner Bacoul, Evan Bruinsma und Justin Raffington. Dazu noch die Nachwuchsspieler Nico Wenzl, Jevon Perschnick, Johannes Krug, Lukas Pryszcz und Christian Feneberg sowie Melchior König, ein Gastspieler aus dem österreichischen Klosterneuburg. Charles Cooke und Reid Travis werden noch in dieser Woche erwartet, Bryce Alford in der nächsten. Alfords verspätetes Eintreffen hat einen durchaus erfreulichen Grund: Der neue Shooting Guard heiratet in diesen Tagen.

Damit wird der Medi-Coach seinen kompletten Kader wesentlich früher zur Verfügung haben als in der Vorsaison, was auch daran liegt, dass Kapitän Bastian Doreth nicht für den WM-Kader nominiert wurde. „Da schlagen durchaus zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Matt Haufer, der Sportliche Leiter von Medi Bayreuth. „Aus ganz egoistischer Sicht sind wir sehr froh, dass Basti sofort bei uns mit dabei ist. Er ist bei uns absoluter Führungsspieler und dementsprechend wichtig. Andererseits hätten wir ihm dieses WM-Erlebnis auch von Herzen gegönnt.“ Raoul Korner sieht das genauso und ist sich sicher, dass der 30-jährige Leitwolf realistisch genug ist, „um das einzuordnen. Schließlich wusste er auch, dass es gerade auf seiner Position ein Überangebot an herausragenden Spielern gibt“. Dass der Kapitän durch die Nicht-Berücksichtigung in ein Loch falle, glaubt Haufer nicht. „Ganz im Gegenteil. Ich spüre, dass Basti komplett heiß ist auf die neue Saison.“

Matt Haufer bezeichnet Kader als "absolut schlüssig"

Das geht ihm selbst nicht anders. Es kribbelt auch bei ihm. Erstmals hat der 39-Jährige einen Bundesliga-Kader maßgeblich mitverantwortet. „Absolut schlüssig“, bezeichnet er das Team, das er und Raoul Korner vor dem Hintergrund des zur Verfügung stehenden Budgets, den eigenen Anforderungsprofilen und dem überschaubarer gewordenen Markt zusammengestellt haben.

Einzig die Verletzung von Center Andreas Seiferth hat ihm etwas aufs Gemüt geschlagen. „Das ist schon ein herber Rückschlag für uns“, sagt der Sportliche Leiter und verrät, dass er mit einem früheren Wissen um Seiferths längeren Ausfall die Personalie Evan Bruinsma noch einmal überdacht hätte. Der neu verpflichtete Power Forward sei ein Vierer, der eher in Richtung Dreier-Position tendiere und nicht wie sein Vorgänger De‘Mon Brooks in Richtung der Fünf. „Da wir auf den großen Positionen recht überschaubar besetzt sind, mussten wir mit der Nachverpflichtung von Justin Raffington reagieren.“

Rückholaktion von James Robinson alternativlos

Vollkommen zufrieden ist er mit der Besetzung der Guard-Positionen. Insbesondere die Rückholaktion von Spielmacher James Robinson bezeichnet er als alternativlos. „Da mussten wir überhaupt nicht überlegen. Es ist kein Geheimnis, dass wir ihn schon vor der letzten Saison gerne behalten hätten. Dass er für uns jetzt wieder zur Option wurde, war ein Glücksfall“, sagt Haufer und zählt die Vorzüge des 25-jährigen US-Amerikaners auf: „Er hat hier in Bayreuth einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, und das nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch als Mensch. Darüber hinaus ist er ein sehr physischer und ein relativ großer Guard. Und er macht extrem wenige Fehler.“ Er trage folglich dem modernen, dem guard-orientierten Basketball mit sicherem Ballvortrag und gutem Ballhandling auch sehr gut Rechnung.

 

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