Ein bisschen grauer ist er geworden, ansonsten sah man ihm nicht an, dass er 14 Jahre weg gewesen war. Das dunkle Timbre in seiner Stimme ist geblieben, und auch der wache, durchdringende Blick, der auf manche furchteinflößend wirken muss. Es kommt nicht oft vor, dass der SV Meppen überregionale Schlagzeilen produziert, doch als der Drittligist Ernst Middendorp vorstellte, blickte ganz Fußball-Deutschland ins Emsland. Der kommende Gast der SpVgg Bayreuth (Freitag, 19 Uhr) hatte ja nicht irgendeinen Trainer verpflichtet, sondern einen Jahrhunderttrainer. Finden zumindest die Fans von Arminia Bielefeld, die Middendorp 2005 diesen Titel zuteil kommen ließen. Dort verbrachte der knorrige Coach gleich drei Amtszeiten, päppelte den Verein Ende der 1980er Jahre auf und wurde Mitte der 1990er Jahre nach dem Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga endgültig zur Legende. An diesem Status lässt auch Middendorp selbst keinen Zweifel aufkommen, von falscher Bescheidenheit hält er nichts: „Ich habe 24 Kicker von der Straße geholt und den Fußball in Ostwestfalen wieder populär gemacht. Ansonsten würde es den Verein heute nicht mehr geben.“