Totopokal mit neuem Modus Kasendorf darf von 1860 München träumen

Träumen ist erlaubt: Eine Kulisse wie beim Gastspiel des 1.FC Nürnberg (im Vordergrund Kasendorfs Daniel Grasgruber gegen den Nürnberger Alexander Esswein, rechts) im Jahr 2012 wünschen sich die Kasendorfer Verantwortlichen in der ersten Totopokal-Hauptrunde. Foto: Archiv / Andreas Harbach

FUSSBALL. Für die kleinen Amateurvereine ist der neue Modus im Totopokal-Wettbewerb überaus attraktiv, die größeren wie Regionalligist SpVgg Bayreuth hadern. Wenn der Bayerische Fußball-Verband am kommenden Freitag ab 18 Uhr in der Spielbank Bad Wiessee am Tegernsee die Begegnungen der ersten Hauptrunde im Toto-Pokal auslost, können sich die Kreissieger einen Gegner aus ganz Bayern aussuchen.

Will heißen: Bezirksligist SSV Kassendorf, der amtierende Pokalsieger des hiesigen Fußballkreises, dürfte sich – sofern er in den Genuss der ersten Wahl käme – einen Drittligisten wie den TSV 1860 München oder die SpVgg Unterhaching herauspicken. Eine große Kulisse und entsprechende Einnahmen wären am terminierten Spieltag, dem 6. oder 7. August, garantiert. In der Vergangenheit hatten die 22 Kreissieger ihre Gegner nur aus jeweils regional eingeteilten Töpfen wählen können.

„Dieser neue Modus ist natürlich für die kleineren Vereine richtig klasse“, sagt Volker Täuber mit dem Grundton der Begeisterung. Der Vorsitzende des SSV Kasendorf gibt zu, vereinsintern schon einmal eine kleine Umfrage gestartet zu haben. Die Antwort auf die Frage nach dem Wunschgegner war laut Täuber recht eindeutig. „An den Löwen führt eigentlich kein Weg vorbei, angesichts der zu erwartenden Kulisse. Es ist ja auch beeindruckend, welchen Rückhalt dieser Verein immer noch hat, und das in allen Altersgruppen. Ich finde das toll.“

SSV will auf eigenem Gelände spielen

Und weil Träumen immer erlaubt ist, hat man sich beim SSV auch schon so seine Gedanken gemacht, wo die Partie gegen die Sechziger denn stattfinden könnte. „Eigentlich wollen wir nicht ausweichen. Denn so ein Erlebnis auf dem heimischen Sportgelände ist doch etwas ganz Besonderes, das auch im Gedächtnis bleibt“, sagt Täuber und erinnert an das Jahr 2012, als der damalige Bundesligist 1.FC Nürnberg seine Visitenkarte auf dem SSV-Sportgelände am Erlengrund abgab. „Da hatten wir 4000 Zuschauer und haben das auch alles ganz gut über die Bühne bekommen.“ Und falls es doch nicht die Löwen werden? Was wären weitere attraktive Gegner?

„Ich fände Türgkücü München aus der Regionalliga sehr interessant. Da gibt es sicherlich viele türkische Fans aus unserer Region, die kommen würden. Oder natürlich die Unterhachinger.“ Und was ist mit der SpVgg Bayreuth? „Klar, die Altstadt wäre auch nicht schlecht. Die müssten bis dahin aber schon noch ein paar Ergebnisse einfahren“, sagt Täuber mit einem deutlichen Schmunzeln.

Altstädtern droht lange Anreise

Zum Schmunzeln ist den Altstädtern mit Blick auf den Totopokal so ganz und gar nicht. „Ich finde diesen neuen Modus schlichtweg Quatsch“, macht Wolfgang Mahr, der Sportliche Leiter der SpVgg Bayreuth, aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Es kann sein, dass du unter der Woche durch ganz Bayern geschickt wirst. Für uns war dieser ursprüngliche Modus mit diesen regionalen Töpfen wesentlich besser“, sagt Mahr, dessen Mannschaft auch vor Gegnern wie dem oberschwäbischen Kreisligisten SV Oberegg und einer dreieinhalbstündigen Anfahrt nicht gefeit ist. Wenigstens bleibt den Altstädtern die Reise zum Tegernsee am Freitagnachmittag parallel zum Start in die bayerischen Sommerferien erspart. „Das wäre noch die Krönung gewesen“, sagt Mahr.

Die Kreissieger aber müssen in Bad Wiessee anwesend sein. Wer nicht vor Ort ist, hat das Recht auf einen Wunschgegner verwirkt und bekommt einen Gegner zugelost. Soweit wollen es die Kasendorfer natürlich nicht kommen lassen. „Bislang haben wir zwar noch keinen, der fährt, aber da wird sich sicherlich noch einer finden“, sagt Volker Täuber, der notfalls und in Anbetracht der möglichen Entlohnung auch selbst in den sauren Apfel beißen würde.

 

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