Tigers wieder im Rückstand: 4:6 in Tölz

Von Eberhard Spaeth

Die Bayreuth Tigers sind in der entscheidenden zweiten Runde der Playdowns gegen den Abstieg aus der DEL2 wieder in Rückstand geraten. Zwei Tage nach dem 2:1-Heimsieg verloren sie am Sonntag bei den Tölzer Löwen mit 4:6 (3:3, 1:3, 0:0) und liegen damit in der Best-of-seven-Serie mit 1:2 zurück. Entsprechend groß ist nun der Erfolgsdruck im zweiten Heimspiel, das bereits am Mittwoch um 20 Uhr auf dem Programm steht.

Gefährlichster Bayreuther Stürmer war einmal mehr Anthony Luciani (gelbes Trikot). Zweimal konnte er den starken Tölzer Torhüter Mikko Rämö auch überwinden. Foto: Oliver Rabuser Foto: red

Viele Fehler, viel Aufwand und am Ende viel Pech – die Bayreuther hatten reichlich Gründe, sich über den verpassten Auswärtssieg zu ärgern, der früher oder später zum Gewinn der Serie unbedingt nötig ist. Ein Eindruck lässt allerdings hoffen, dass die Chancen im weiteren Verlauf des überaus kraftraubenden Programms mit Spielen an jedem zweiten Tag tendenziell größer werden könnten: Im letzten Drittel hatten die Bayreuther so viel mehr Energie, dass sie die zuvor alles andere als glücklich verlaufene Partie fast noch gedreht hätten.

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Grober Fehler vor dem 0:1

Erster Anlass zum Ärgern war der frühe Rückstand. Schließlich hatten die Tigers kurz zuvor 1:56 Minuten in zweifacher Unterzahl überstanden, nur um dem Gegner dann mit einem groben Fehler im eigenen Drittel entgegen zu kommen. Ein Missverständnis zwischen Valentin Busch und Jonas Gerstung beim Spielaufbau führte zum Scheibenverlust, der sofort bestraft wurde. Auch danach hatten die Tigers einige Schwierigkeiten, gegen das Tölzer Forechecking eine spielerische Linie zu finden, doch dafür war zunächst auf das Powerplay ebenso Verlass wie zwei Tage zuvor. Die ersten beiden Strafen gegen die Gastgeber wurden zu Treffern genutzt, und zwar in beiden Fällen durch Michal Bartosch. Nach einem tollen Alleingang zum 1:1 wurde er beim 2:2 von Anthony Luciani mit einem Pass durch die Beine bedient. Dazwischen hatten allerdings auch die Tölzer in Überzahl getroffen, nachdem sechs Bayreuther Feldspieler auf dem Eis gestanden hatten. Als Luciani dann einen Konter sogar mit der 3:2-Führung abgeschlossen hatte, durfte man von glänzender Chancenverwertung der Tigers sprechen.

Gegentor bei zweifacher Überzahl

Damit war es im zweiten Abschnitt jedoch vorbei. Die Tigers begannen vielversprechend und bekamen auch noch die Gelegenheit zu 76 Sekunden in 5:3-Überzahl (23.), doch es unterlief ihnen das seltene Missgeschick, in dieser Phase ein Gegentor zu kassieren: Nachdem Jozef Potac die Scheibe aus dem Angriffsdrittel hatte rutschen lassen und dabei auch noch eine Strafe gegen den Tigers-Kapitän angezeigt wurde, brachten die Tölzer einen vierten Feldspieler für ihren Torwart und kamen damit tatsächlich durch einen abgefälschten Weitschuss zum Erfolg.

Drei Tore innerhalb von 44 Sekunden

Nur 17 Sekunden später glich zwar Luciani wieder aus, doch nach weiteren 27 Sekunden gestatteten die Tigers dem Gegner einen weiteren Unterzahltreffer. Sergej Stas lenkte eine von weit außen in die Mitte gespielte Scheibe ins eigene Tor und brachte seinen Torwart Tomas Vosvrda damit derart in Rage, dass er das Eis verließ. Nachfolger Martins Raitums bot eine solide Leistung, auch wenn der Halbdistanzschuss zum 6:4 vielleicht nicht ganz unhaltbar war.

Dreimal Pfosten oder Latte im Schlussdrittel

Nach allen Rückschlägen war aber die Moral umso bemerkenswerter, mit der die Bayreuther das letzte Drittel ganz klar dominierten. Das Schussverhältnis von 16:7 bringt es zum Ausdruck: Während die Tölzer gegen die Bayreuther Offensive zwangsläufig zu vereinzelten Chancen kamen, zwangen die Tigers den Löwen-Torhüter Mikko Rämö zu einer ganzen Reihe toller Paraden. Wiederholt benötigte der Finne dabei auch eine Portion Glück. Gleich dreimal mussten ihm Pfosten und Latte helfen, und zwar im anfänglichen Bayreuther Dauerdruck gegen Martin Heider (44.) und Sebastian Busch (45.) sowie 57 Sekunden vor dem Ende gegen Bartosch.

Statistik

Tölzer Löwen: Rämö – Borer, Reiter; Kolacny, Schwarz; Horschel, Frank; Grabmaier – Schlager, Rodman, Kathan; Vihko, Kornelli, Sedlmayr; Strobl, Edfelder, Endraß; Ehliz, Schenkel, Hörmann.

Bayreuth Tigers: Vosvrda (25. Raitums) – Pavlu, Heider; Neher, Potac; Gerstung, Mayer; Linden – Luciani, Stas, Alanov; Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch; Gams, S. Busch, V. Busch; Ontl, Voronov, Gläser.

SR: Brill, Vogl; Strafminuten:Bad Tölz 12, Bayreuth 10; Zuschauer: 2362.

Tore: 1:0 (7.) Hörmann (Schenkel), 1:1 (11.) Bartosch (Potac, Geigenmüller – 5 gegen 4), 2:1 (14.) Kolacny (Kornelli, Strobl – 5 gegen 4), 2:2 (16.) Bartosch (Luciani, Geigenmüller – 5 gegen 4), 2:3 (18.) Luciani (Alanov, Stas), 3:3 (20.) Endraß (Strobl, Edfelder), 4:3 (24.) Strobl (Borer, Sedlmayr – 3 gegen 5 bei angezeigter Strafe), 4:4 (25.) Luciani (Potac, Geigenmüller – 5 gegen 3), 5:4 (25.) Edfelder (Sedlmayr, Borer – 4 gegen 5), 6:4 (31.) Sedlmayr (Vihko, Frank).