Tigers scheitern an ihrer Schussausbeute

Einen deutlichen Abstand zum Oberliga-Niveau hat der EHC Bayreuth in seinen beiden Testspielen gegen bisherige Ligarivalen nicht unter Beweis stellen können. Zwei Tage nach dem knappen 4:3-Sieg gegen den VER Selb verlor der DEL2-Neuling am Sonntag beim EV Weiden sogar mit 1:2 (0:1, 0:1, 1:0).

Auch ganz frei vor dem Tor kamen die Bayreuther einfach nicht an Daniel Huber vorbei. In dieser Szene gelang es dem Weidener Torhüter, Andreas Geigenmüller mit dem Schläger von der Scheibe zu trennen. Foto: red Foto: red

Dabei passte das Ergebnis sogar noch viel weniger zum Spielverlauf. Nach ziemlich schwachem Beginn mit vielen einfachen Fehlern auf beiden Seiten hatten die Tigers das Geschehen nämlich nicht nur allmählich in den Griff bekommen, sondern spätestens vom zweiten Drittel an sogar zunehmend dominiert. Deutlichster Beleg dafür war die Torschussbilanz, die am Ende mit 39:15 überaus deutlich für die Bayreuther sprach. Allein in den letzten 20 Minuten waren 19 Bayreuther Versuche notiert worden und ganze zwei auf Weidener Seite. Doch Weidens Torhüter Daniel Huber war einfach nicht zu überwinden – und die vielen Schüsse, die das Ziel knapp verfehlten, werden von der Statistik ja gar nicht erfasst.

Nach der Werbung weiterlesen

Einziges Tor erst in der Schlussminute

EHC-Trainer Sergej Waßmiller versuchte alles, um den Bann zu brechen. Als EV-Stürmer Michael Kirchberger drei Minuten vor dem Ende auf die Strafbank musste, verdoppelte der Coach diese Überzahl schon zu diesem relativ frühen Zeitpunkt mit einem sechsten Feldspieler – doch das Ergebnis blieb unverändert. Als schließlich Marcus Marsall doch noch die Scheibe im Tor unterbrachte, waren schon nur noch 32 Sekunden zu spielen. Das war aber immer noch genug, um noch einmal Spannung aufkommen zu lassen, denn bei einer Restspielzeit von acht Sekunden handelte sich der Ex-Bayreuther Daniel Sevo noch eine Strafzeit wegen Spielverzögerung ein. Noch einmal nahmen die Tigers den Torhüter vom Eis, aber für einen erfolgreichen Abschluss reichte es nicht mehr.

So wurden die Bayreuther letztlich für ihre nachlässige Chancenverwertung bestraft. Bezeichnend dafür war das erste Gegentor: Es fiel durch einen Konter, nachdem unmittelbar zuvor Sergej Stas mit der bis dahin besten EHC-Möglichkeit an Huber gescheitert war. Das 2:0 resultierte dann schon aus der einzigen Chance für Weiden im zweiten Drittel – und im Grunde war es gar keine Chance: Wahrscheinlich wäre die Scheibe am Tor vorbei gegangen, wenn sie Torhüter Johannes Wiedemann nicht so unglücklich abgelenkt hätte. Ansonsten gerieten die Gäste erst in den letzten zwei Minuten des zweiten Abschnitts in Bedrängnis, weil sie 39 Sekunden in 3:5-Unterzahl überstehen mussten.

Statistik

EV Weiden: Huber – Herbst, Schreyer, Saliger, Willaschek, Sevo, Nägele – Siller, Zellner, Schreier, MacQueen, Kirchberger, Schmid, Jirik, Heinisch, Kroschinski, Synowiec, Waldowsky, Abercrombie, Babic.

EHC Bayreuth: Wiedemann – Neher, Pavlu, Linden, Kasten, Potac, Mayer – Marsall, Kolupaylo, S. Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Wohlberg, Piskor, Kuhn, V. Busch, Stas, Fröhlich, Rypar.

SR: Rohatsch (Palling); Strafminuten: Weiden 8, Bayreuth 8; Zuschauer: 849.

Tore: 1:0 (8.) Jirik (Siller, Heinisch), 2:0 (25.) Kroschinski (Salinger, Schreier), 2:1 (60.) Marsall (V. Busch, Wohlberg – 6 gegen 5).