Heute liegt ein Schatten auf dem Paradies am Kitschenrain. Hündin Roxy ist in eine Scherbe getreten. Die Wunde ist tief und muss genäht werden. Frauchen Katrin Held, die Freundin von Rudi Retzer, macht das selbst. Erst am morgen hat sie einer anderen Hündin zwei Tumore entfernt. In der Praxis im Erdgeschoss des Wohnhauses wacht die Hündin gerade aus der Narkose auf. Daneben stehen OP-Tisch, Röntgen- und Sterilisiergeräte. Die 34-Jährige ist Tierärztin und hat in der Einöde eine Praxis eröffnet. Eine Gratwanderung – zwischen matschigen Wiesen und sterilem Operationsbesteck. Helds Taktik: Sandalen. „So oft, wie ich rein und raus muss, würde ich mir sonst den halben Tag lang nur die Schuhe binden“, sagt sie.