Etwa fünf Monate vor dem geplanten Start der Bundesgartenschau hat sich unter anderem auf dem Egapark-Gelände schon einiges getan. Davon konnte sich auch der Ministerpräsident überzeugen und verriet dabei auch, dass ihn eigentlich nur eine Sache störe.

Erfurt (dpa/th) - Tropenbäume, Kakteen und erste Fische haben etwa 150 Tage vor dem geplanten Beginn der Bundesgartenschau (Buga) bereits Einzug in das Urwald- und Wüstenhaus gefunden. Das Danakil genannte Gebäude gehört zu den Höhepunkten der großen Blumen- und Pflanzenschau im Erfurter Egapark (Erfurter Garten- und Ausstellungsgemeinnützige GmbH). Bei einem gemeinsamen Rundgang über das Gelände mit Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) erkundigte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Mittwoch über den Stand der Buga-Vorbereitungen.

Der Weg führte vorbei an Mitarbeitern, die aktuell etwa dabei sind, 80 000 Zwiebeln zu setzen, damit im Frühjahr der Park erblüht. Daneben werden derzeit Bäume gepflanzt, Hallen und andere Gebäude saniert. Auch der beliebte große Spielplatz solle bis zum Start der Schau erweitert werden, sagte Buga-Chefin Kathrin Weiß.

Die Organisatoren erwarten etwa 1,8 Millionen Besucher für die Zeit der Buga vom 23. April bis zum 10. Oktober. Etwa 184 Millionen Euro werden für die Buga ausgegeben. Etwa 36 Millionen Euro werden auf dem Gelände als einem der Hauptstandorte der Buga verbaut, etwa fünf Millionen im Deutschen Gartenbaumuseum, das sich in dem Freizeit- und Gartenpark befindet. 7000 Dauerkarten und 5600 Tageskarten seien bereits verkauft, hieß es am Mittwoch.

Ramelow erklärte beim Rundgang, dass in der Buga auch ein gewisses Potenzial als Ersatz für die Agrarmesse Internationale Grüne Woche sehe. Heimische Produzenten könnten bei der großen Blumen- und Pflanzenschau ihre Erzeugnisse präsentieren. Auch wenn dieser Tage viele Veranstaltungen coronabedingt abgesagt werden müssten, sehe er Möglichkeiten, vieles mit der Bundesgartenschau verbinden zu können, so der Ministerpräsident.

Thüringen ist sonst bei der Messe mit einem Gemeinschaftsstand vertreten, wo etwa Spezialitäten der hiesigen Ernährungsindustrie präsentiert werden. Das Agrarministerium hatte aber bereits im Sommer angekündigt, 2021 auch mit Blick auf Unsicherheiten der Pandemie wegen keinen Thüringen-Stand auf der Messe zu stellen.

Zweifel daran, dass das geplante Eröffnungsdatum der Corona-Krise wegen nicht eingehalten werden könnte, äußerte keiner der Beteiligten am Mittwoch. "Ich finde es richtig, dass die Stadt sagt, wir schieben den Termin nicht", sagte Ramelow.

Auch Oberbürgermeister Bausewein versicherte, dass bis zum Beginn der Schau fast alle Bereiche fertig sein würden. Allerdings könne es auf dem Petersberg neben dem Domplatz zu Verzögerungen bei einem Teil des geplanten Bastionskronenpfads kommen. Hintergrund sei ein juristischer Streit um Bäume, die dafür gefällt werden müssten.

Auch beim Deutschen Gartenbaumuseum auf dem Egapark-Gelände werde der zweite Teil der neuen Dauerausstellung erst im Herbst kommenden Jahres, also nach der Schau, eröffnet werden können, sagte Buga-Chefin Weiß. Das habe mit Bundesgeldern zu tun, die erst in diesem Jahr dafür genehmigt worden seien.

Besonders angetan zeigte sich Ramelow unter anderem von einem Bereich, der für Kleingärtner und der Schrebergartenkultur vorgesehen ist. "Das finde ich großartig", so der Linken-Politiker. Immerhin gehöre Thüringen zu den Bundesländern, die die Idee der Kleingartenkultur in die Welt geprägt hätten. Ein Manko machte Ramelow beim Rundgang dennoch aus: "Mein Hund darf nicht hier her; das ist mein einziger Groll". Bis auf wenige Ausnahme dürfen keine Vierbeiner in die Parkanlage mitgenommen werden