Nach einer Explosion am frühen Montagmorgen in Eisenach gehen die Ermittler von einem politischen Hintergrund aus. An der Fassade des Hauses sei ein Schriftzug mit politischem Hintergrund angebracht worden, teilte die Polizei mit. Vor oder in dem Wohn- und Geschäftshaus sei Sprengstoff zur Explosion gebracht worden. Menschen wurden dabei nicht verletzt, das Wohnhaus wurde den Angaben zufolge jedoch geräumt. Zudem wurde die Umgebung weiträumig abgesperrt.

In dem betroffenen Gebäude gibt es eine Gaststätte, die als Treffpunkt der rechten Szene gilt. Bereits im Oktober 2019 hatte es dort einen Anschlag auf den Inhaber sowie die Besucher des Hauses gegeben, bei dem die Angegriffenen mit Schlagstöcken, Reizstoffsprühgeräten und Faustschlägen traktiert und erheblich verletzt worden waren. Zudem wurden die Fensterscheiben und Teile des Inventars zerstört.

In diesem Zusammenhang hatte die Bundesanwaltschaft im November vergangenen Jahres in Leipzig eine 25 Jahre alte mutmaßliche Linksextremistin festnehmen und Wohnungen durchsuchen lassen. Wie die oberste Anklagebehörde in Karlsruhe mitteilte, kam die Deutsche in U-Haft. Ihr werde unter anderem die Mitgliedschaft in einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung sowie gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung und besonders schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Die Kriminalpolizei Gotha und das Thüringer Landeskriminalamt ermitteln zu der jüngsten Explosion. Die Polizei rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden, wenn sie verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Tatort gesehen haben.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dirk Bergner erklärte mit Blick auf den Anschlag, er zeige, wie die politische Kultur zunehmend gefährdet werde. «Selbst wenn andere Auffassungen und politische Positionen völlig unerträglich erscheinen, rechtfertigt das keine Gewalt.» Es müsse beim staatlichen Gewaltmonopol bleiben.