Erfurt (dpa/th) - Leiharbeit verliert nach Einschätzung der Landesarbeitsagentur in der Corona-Krise weiter an Bedeutung. Der Anteil der Zeitarbeiter an allen Beschäftigten in Thüringen liege jetzt bei 2,3 Prozent, teilte die Landesarbeitsagentur am Donnerstag mit. Fast 2900 Zeitarbeiter hätten während der Pandemie im Zeitraum von April bis Juni ihren Job verloren. Gleichzeitig sei die Meldung von Stellen für Zeitarbeiter in diesem Zeitraum um mehr als 43 Prozent gesunken. Arbeitgeber hätten fast 2000 Stellen weniger angeboten als im Vorjahreszeitraum.

Vielen Firmen fehlen derzeit ohnehin Aufträge und Arbeit - sie haben auch Teile ihrer Stammbelegschaften in Kurzarbeit geschickt.

"Die Leiharbeit hat schon vor der Corona-Krise deutlich an Boden verloren", erklärte der Geschäftsführer der Landesarbeitsagentur, Markus Behrens. Die Zahl der Beschäftigten sinke seit drei Jahren kontinuierlich. Zudem seien Leiharbeiter vermehrt fest eingestellt worden. "Zu guter Letzt haben auch gesetzliche Veränderungen dazu beigetragen, dass Leiharbeit immer weniger beansprucht wird", so Behrens. Nur etwa jeder 30. Beschäftigte in Thüringen arbeitete 2019 noch als Leiharbeiter - Ende 2019 waren es insgesamt rund 28 300.

Die Zeitarbeit sei aber längst nicht die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Branche, so die Arbeitsmarktexperten. Im Thüringer Gastgewerbe stieg die Zahl der Jobverluste seit April um 89 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Handel um 22 Prozent.