Thema: Todesmärsche Vergessen

Foto: Peter Engelbrecht

KOMMENTAR. Die grausamen Todesmärsche, die zum Kriegsende 1945 in relativ großer Zahl durch die Region zogen, sind weitgehend vergessen.

Viele Orte im Fichtelgebirge wurden von diesen Elendszügen mit ausgehungerten KZ-Häftlingen und russischen Kriegsgefangenen durchquert, doch kaum jemand weiß heute etwas darüber. Die Zeitzeugen sind längst verstorben, das Kriegsende liegt mittlerweile 74 Jahre zurück.

Einzig Archivunterlagen des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen, die inzwischen online einsehbar sind, legen ein stummes Zeugnis ab.

Viele Gräber am Wegesrand, die an die Ermordung unschuldiger Menschen erinnerten und von den örtlichen Gemeinden gepflegt wurden, waren Mitte der 50er Jahre aufgelöst und auf Friedhöfen weit entfernt zusammengefasst worden.

Aus den Augen, aus dem Sinn – damit war dieses Kapitel der Ortsgeschichte abgehakt. Kaum jemand interessierte sich dafür, auch die Heimatforschung nicht. Vergessen und verdrängen, lautete die Devise. 

peter.engelbrecht@
nordbayerischer-kurier.de

 

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