Thema: St. Georgen swingt Nur am falschen Ort

Zum Kommentar „Ein starkes Zeichen“ von Eric Waha, Kurier vom 24./25. August.

Das erste Bürgerfest fand bei Regenwetter statt, die Bands retteten sich unter Planwagen und das Publikum in die Ladeneingänge – und wo stehen wir heute ?

Dem erstaunlich fundierten Kommentar zu St. Georgen swingt 2019 ist wenig hinzuzufügen. 2021 bietet das zehnjährige Bestehen den Anlass zu einem Zwischenschritt 2020, welcher der Konsolidierung der Finanzen dienen sollte.

Die eine Erkenntnis, das Festival nicht 1:1 in die Mainauen herüberschleppen zu können, ist der Geografie geschuldet. Daraus ergibt sich aber auch ein kommunikatives Problem zwischen Bands und Publikum, ein entscheidender Vorteil der Vorgängerveranstaltungen.

Dass es bei der Landesgartenschau darauf nicht unbedingt ankam, Seebühne und Publikum zueinander abzustimmen, liegt einerseits an formaler Denkweise von Landschaftsarchitekten, und andererseits an einem Kulturetat, welcher einen querfinanzierten Einheitsbrei sämtlicher Veranstaltungen, die letztlich auch an Ausfallbürgschaften wegen schlechten Wetters gebunden sind, beinhaltet. Jedoch darf der Einsatz von Tanz- und Musikgruppen mitten im Publikum als gelungen bezeichnet werden.

Insoweit wäre die Verwendung eines originellen Lkw-Anhängers als Bühne auf dem Weg vor dem Wassergraben der Seebühne zielführender. Da kann man Musik anfassen, wie in St.Georgen. Eine Beschallungsanlage wie auf der Seebühne ist weit überzogen und dient nur der monetären Belastung. Dafür wäre ein Hingucker auf Licht- und Wasserwerfer angebracht.

Das Programm St. Georgen swingt war 2019 ausgezeichnet, nur am falschen Ort. Musikgruppen, die in Kleinkunstbühnen und Konzertsälen zu Hause sind, eignen sich nicht unbedingt für Freiluftveranstaltungen. Da hat sich die Recruitingcrew gehörig vergriffen, wie auch der nachgeschobene Benefizauftritt einer Countryband, gegen deren Musikstil überhaupt nichts einzuwenden ist, als ein artfremder Akt der Verzweiflung erscheint.

Hier wird deutlich, wie der Veranstalter tickt. Er sollte sich an der Stadt Bayreuth ein Beispiel nehmen, die einen Mix aus Spitzenbands und regionalen Gruppen im gesunden Verhältnis verpflichtet. So mussten zum Beispiel in der Vergangenheit vertragliche Abstandssummen für die Stars erbracht werden und die guten, ortsansässigen Gruppen haben mit der Zusage, im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen, aus Kulanz ihrer Heimatstadt gegenüber, auf Gagen verzichtet – das ist Benefiz.

Schlussendlich hat der Kommentator mit dem Ruf nach Krachern recht. Albie Donally Supercharge oder das Moka Efti Orchestra sind der untere Maßstab für Superacts. Um dem Ruf einer facettenreichen Kulturstadt gerecht zu werden, wäre nun der neue Kulturreferent aus seinem U-Boot zu holen.

 

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