Thema: Kultur Zu Tode unterhalten

Zum Artikel „Warum lassen Sie die Kultur außen vor?“, Kurier vom 24. August.

Wir, als bekennende Anhängerinnen (musikalischer) Hochkultur, beobachten ebenfalls eine zunehmende Verflachung der Kulturberichterstattung und vermissen eine kompetente Auseinandersetzung mit dem jeweils Gehörten, was natürlich Offenheit und Kenntnis voraussetzt.

Es passt in die heute Zeit: Man will sich zu Tode unterhalten. Der Jubel eines Massenpublikums bei Events kann jedoch nicht als Gradmesser für für die tatsächliche Qualität des Dargebotenen dienen und ist kein Indikator für Berichterstattung.

Dass die Konzerte der Kulturfreunde durchaus für alle und alles offen sind, ist dem Interview mit Herrn Baums sowie der Programmvorschau der Kulturfreunde zu entnehmen, worauf auch viele Neuerungen hinweisen, etwa die Neugestaltung der Homepage, des Programmhefts und die Angebote für Schulen. Herr Baums und seine Mitstreiter haben ein breit gefächertes, ansprechendes Angebot vorgelegt, das durchaus viele Altersgruppen interessieren könnte.

Wie man ein Publikum von neun bis 99 für die sogenannte Hochkultur begeistern kann, beweist seit einigen Jahren Clemens Lukas mit seinem neuen Format, der „musica“. Ohne sich dem Mainstream und Zeitgeist anzubiedern, bietet das Festival vielfältige Veranstaltungen unterschiedlicher Musikgenres auf höchstem Niveau. Seit Längerem vermissen wir allerdings eine diesem Niveau angemessene Berichterstattung im Kurier.

Natürlich muss einer Zeitung die Freiheit eingeräumt werden, über die Relevanz ihrer Themen selbst zu entscheiden.

Sollte die Kulturberichterstattung allerdings weiterhin so dürftig bleiben, könnte sie dasselbe Schicksal ereilen, das Max Reger einst einem Rezensenten zuteil werden ließ. Er schrieb: „Ich sitze hier im kleinsten Zimmer und habe ihre Kritik vor mir. Bald werde ich sie hinter mir haben...“
 

 

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