Thema: Klimawandel Sie tun das Goldrichtige

Zur Berichterstattung über die „Fridays for Future“.

Eigentlich ist es doch glasklar, dass die Menschheit alles daran setzen müsste, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Das wurde im Pariser Abkommen 2015 beschlossen und im letzten Jahr in der Klimakonferenz von Katowice bekräftigt.

Aber die Menschheit ist ein abstrakter Begriff, sie setzt sich aus vielen Nationen zusammen und alle verfolgen ihre eigenen Interessen. In Sachen Klimaschutz sind die Gegensätze nur mit Mühe auszutarieren. Sollen die Industriestaaten in Vorleistung gehen und ihre Emissionen begrenzen, damit die Entwicklungsländer ihre industrielle Produktion auf der Grundlage der Emittenten der Treibhausgase wie Kohle und Erdöl weiter ankurbeln?

Schlimmer steht es bei den Rechtspopulisten, sie streiten den menschengemachten Klimawandel rundweg ab. Dennoch finden sie Gehör bei all denen, deren Arbeitsplätze durch den Stopp der Kohleproduktion oder durch die Umstellung auf die Elektromobilität bedroht sind.

Die Linken wiederum wollen vor allem die Verbesserung der miserablen Lebensbedingungen der Armen erreichen. Den Benachteiligten noch eine Kohlendioxid-Steuer aufzubrummen, geht gar nicht.

In diesen Frontstellungen bewegen sich die Politiker, ob sie wollen oder nicht. Zudem stehen sie unter dem Druck der mächtigen Konzerne. Wen wundert’s wenn dann die Dringlichkeit der Erderwärmung in den Hintergrund gerät und die Klimaziele der Pariser Konferenz gerissen werden? Ohne den Druck der öffentlichen Meinung geht in den noch immer führenden Demokratien gar nichts. Aber der muss sich artikulieren gegen mächtige Widerstände.

Wenn sich jetzt also die jungen Leute auflehnen mit ihren Schülerstreiks, dann ist es nicht verwunderlich, dass sie auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung stoßen. Es ist geradezu ein Wunder, dass die junge Schwedin Greta Thunberg einen Dreh gefunden hat, der eine Lawine weltweit in Bewegung setzen konnte. Es sind Akte der Verzweiflung einer Jugend angesichts einer Zukunft, von der abzusehen ist, dass der Ökokollaps sie zunichte macht.

Haben nicht die Fachleute des Klimas schon seit Jahren ein radikales Umdenken und ein effizientes Handeln der Politiker angemahnt, ohne das es kaum ein menschenwürdiges Überleben auf diesem Planeten geben würde? Jetzt tragen die Jugendlichen den Protest auf die Straße weltweit und finden Gehör. Lasst sie gewähren, sie tun das Goldrichtige.

 

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