Thema: Klimawandel Geld geht vor Klima – leider!

Zum Leserbrief „Planlose Hektik ersetzt geistige Windstille“ von Uwe Krumpholz, Kurier vom 6. August.

Während ich in den allermeisten Teilen diesem Leserbrief nicht zustimmen kann (wie belegen sich diese Aussagen zur geistigen Haltung der Chinesen und Inder und die Einschätzung eines zwar vielleicht etwas langsameren, aber sowieso unweigerlich bevorstehenden Klimawandels?), gebe ich den Ausführungen in einem Punkt voll recht, nämlich dem geltenden Prinzip: Geld vor Klima – leider!

Ja, ich würde es sogar noch erweitern: Geld vor Artenvielfalt, vor Tierwohl, Meeresschutz, Luftreinhaltung – ja sogar vor dem Menschen und seiner Gesundheit – also: Geld vor allem.

Renditefixierung und Profitmaximierung sind so sehr ein selbstverständliches Element unseres Denkens geworden, dass wir kaum noch erkennen, dass diese Ideen keine Naturgesetze darstellen, sondern menschengemacht sind.

Schlimm finde ich, dass unser Wirtschaftssystem so gestrickt ist, dass Verhaltensweisen, die unseren grundlegendsten Werten (Menschenwürde, Solidarität, Umweltverträglichkeit, Demokratie) widersprechen, oft einen Wettbewerbsvorteil darstellen, weil die so produzierten Güter oder Dienstleistungen billiger sind – wer sich nicht um die Ökobilanzen seiner Produktionsmittel, die Herkunft und Produktionsbedingungen eines Rohstoffes, die Auswirkungen eines Produktes auf die Menschen kümmert, sondern all diese Aspekte einfach ignoriert beziehungsweise der Gesellschaft aufhalst, der ist billiger.

Warum bilden wir unser zwischenmenschliches Wertsystem nicht auch in unserem Wirtschaftssystem ab, indem wir Unternehmen, die sich wertekonform und gemeinschaftsdienlich verhalten, bevorzugen – durch günstigere Steuern, Bevorzugung bei Auftragsvergaben durch die öffentliche Hand, günstigere Kredite?

Das Schöne ist, dass es diese Form von Wirtschaft schon gibt – noch mit einem Nischendasein, aber immerhin Hunderte von Firmen praktizieren so ein Verhalten schon. Zu finden unter: Gemeinwohl-Ökonomie.
 

 

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