Thema Hotel Fantaisie in Eckersdorf: Das Lokal muss bleiben

Von Heike Hampl

Das ist das Schlimmste, was der Gastroszene in Eckersdorf passieren konnte: Ulrich und Michaela Herath schließen das Hotel Fantaisie und das dazugehörige Lokal. Kaum ist die Nachricht von der Schließung des Hotels öffentlich, werden nicht nur im Internet Stimmen laut, die sagen, dieses Hotel wäre ein guter Platz für Asylbewerber. Auch Tina Krause, Bayreuther Stadträtin und Mitglied bei Bunt statt Braun, äußert diese Idee sofort. Nur: Die Idee ist schlecht.

 
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Und das hat überhaupt nichts mit rechter Propaganda zu tun. Zwar hätten die Asylbewerber es gut im Hotel, bestimmt besser als in Turnhallen oder Zelten. Aber dieser Ort, dieses Lokal, ist für Eckersdorf wichtig. Wichtig für die, die hier ihr Vereinsheim haben, weil sie keinen anderen Treffpunkt haben. Wichtig für den Fremdenverkehr.

Und vor allem wichtig für die, die ihre Familien hierher einladen. Die hier Hochzeiten, Konfirmationen, Geburtstage feiern – im Saal der Heraths sind die Fotos entstanden, die heute in Eckersdorfer Familienalben kleben. Hier haben sich die Eltern zur Hochzeit geküsst, heute küssen sich deren Kinder.

Diese Gastronomie ist so wichtig, dass die Eckersdorfer Bürger sie nicht verlieren dürfen. Die Brauerei Maisel als Eigentümerin der Immobilie will zu dem Vorschlag, Asylbewerber im Hotel Fantaisie unterzubringen, keine Stellung beziehen. Vielleicht fürchten die Verantwortlichen, ihre Meinung zu diesem Thema könnte sie in einem falschen Licht dastehen lassen.

Die Eckersdorfer sind offen für Asylbewerber, das haben sie bewiesen, als die den Menschen geholfen haben, die im Gasthaus Stamm untergebracht waren. Und sie würden wieder helfen, wenn die Asylbewerber in einem passenden Gebäude Platz fänden. Denn Eckersdorf als aufstrebende Gemeinde, als einziger Ort im Landkreis, der noch wächst, hat auch eine Pflicht. Die Gemeinde und der gesamte westliche Landkreis dürfen bei der Unterbringung von Asylbewerbern nicht länger so weit außen vor bleiben.

Die Aufgeschlossenheit der Eckersdorfer darf aber nicht überstrapaziert werden. Es wäre eine Kurzschlusshandlung, das Hotel Fantaisie für Asylbewerber zu öffnen. Langfristig würde es die positive Stimmung gefährden. Unterbringung an geeigneten Orten – und eben nicht im Hotel Fantaisie.