Thema: Deutschkenntnisse Die Landessprache sollte so früh wie möglich erlernt werden

Zu den Artikeln „Kein Deutsch, keine Schule“ und „Von furchtbar bis völlig richtig“, Kurier vom 6. und 7. August.

Erlernen der Sprache ist das A und O einer Eingliederung, darüber sollten sich unsere Politiker einig sein. Migranten haben es schwer, bei uns Fuß zu fassen. Und einer der vielen Gründe ist dabei unsere Sprache. Deswegen sollte das Erlernen der Sprache so früh wie möglich begonnen werden. Leider ist jetzt die sogenannte Sauregurkenzeit, und da ist verbaler Aktionismus angezeigt.

Der Ausspruch, dass vor einer Einschulung Sprachverständnis notwendig sei, lässt so manche aus ihrem Hinterbankdasein erwachen. Sie formulieren dann je nach Parteizugehörigkeit von „völlig richtig“ bis „furchtbar“, wenn es um eine spätere Einschulung aus Sprachmangel geht. Eine Zurücksetzung ist nicht menschenverachtend. Solche Aussagen sind überflüssig und am Thema vorbeigehend, also Sommertheater.

Auch die mehr oder weniger glaubhafte Selbstdarstellung der Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg hilft der Sache überhaupt nicht, denn das ist nicht der Regelfall. Ohne die Landessprache zu können, haben Kinder von Migranten schon in der Schule keine Chancen.

Ohne Sprachkenntnisse hat ihre Entwicklung von vorne herein keine Zukunft. Die Folge ist der direkte Weg in die Berufslosigkeit und somit in die soziale Hilfe. Das kann und darf nicht der Sinn einer verantwortlichen Migrationspolitik sein. Ich gehe mal davon aus, dass das alle politisch Verantwortlichen wissen. Leider ziehen sie dann zum Argumentieren eines Problems immer ihre Parteijäckchen an.

Wenn ich dann solche Kommentare lese, frage ich mich, ob wir die richtigen Personen gewählt haben. Wenn sie so aneinander vorbeireden, um ein Problem zu lösen, dann ändert sich nichts, und unsere politischen Verbalakrobaten können immer so weiter machen. Ist das die politische Leitkultur, die wir uns von ihnen mit unserer Stimmabgabe erhofften? Sind solche Politiker überhaupt willens und fähig, miteinander rational eine Problemlösung zu finden, oder nur populistische Klientelbediener?

Das Erlernen und Beherrschen der Landessprache erleichtert die Eingliederung in das Schul- und Berufsleben. Das hilft, auch die Achtung und Wertschätzung der im Land geltenden sozialen, religiösen und kulturellen Werte. Und das sollte so früh wie möglich geschehen. Um den Menschen, die aus welchen Gründen auch immer hilfesuchend zu uns kommen, dies zu ermöglichen, sollten alle politischen Kräfte dieses Landes zusammenarbeiten.

Aber was tun sie? Sie drängen an jedes erreichbare Mikrofon, füllen mit ihren Ergüssen ganze Seiten der Printmedien und scheuen sich nicht, jeweils den „anderen“ die Schuld zuzuweisen, obwohl sie alle selbst genügend „Leichen im Keller“ haben. Liebe Politiker, warum macht ihr nicht endlich eure Arbeit, für die wir euch wählen und für die ihr gut bezahlt werdet?

Mit euren zum großen Teil populistischen Äußerungen bedient ihr gerade die, die wir nie mehr haben wollen. Ihr seid nahe daran. etwas loszutreten. wovor es jedem weltoffenen Demokraten graut.
 

 

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