An diesem Tag beweisen weltweit Arbeitnehmer ihre Solidarität. Und weltweit kämpfen die Veranstalter der 1.Mai-Feier – zumeist Gewerkschaften – mit ein und dem selben Phänomen: Die Reihen der Teilnehmer lichten sich von Jahr zu Jahr. Die Tradition des Tages der Arbeit findet immer weniger Anklang bei den Jüngeren. Obwohl die Probleme der Arbeitswelt nicht weniger werden, obwohl die soziale Ungerechtigkeit in dieser Gesellschaft zunimmt. 

Statt sich für den Arbeitskampf zu stärken, ziehen junge Menschen heute zum Wettsaufen auf den Festplatz nach Mistelbach. Statt Arbeiterlieder zu singen, kommt Musik aus Hunderten Handys. Statt den Tag gemütlich mit Bier und Bratwürsten ausklingen zu lassen, werden auf dem Platz und in Gärten Müll und Scherben verteilt. Jeder kann den 1. Mai nach seinem Gusto feiern. Bloß nicht in solchem Maße asozial.

gunter.becker@
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