Test Toyota C-HR+ 252 kW Der sparsame Spaßmacher

Hybrid-Pionier Toyota bekommt langsam die Kurve bei der reinen E-Mobilität. In der Topversion des C-HR+ koppeln die Japaner das bekannt freche Design mit fast irren Fahrleistungen.

Der C-HR ist ein Erfolgsmodell für Toyota, trotz oder wahrscheinlich gerade wegen seines fast schrillen Designs. Kein Wunder, dass die Japaner das SUV jetzt auch als vollelektrische Variante anbieten. Wobei das nicht ganz stimmt. Denn der C-HR+ sieht seinem mit Voll- oder Plug-in-Hybrid erhältlichen Bruder zwar ziemlich ähnlich, doch steht das + nicht nur für E-Mobilität, sondern auch für gut zehn Zentimeter mehr Länge.

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Futuristisches Design

Damit wirkt das Modell natürlich gestreckter, auch wenn das futuristische Design erhalten bleibt. Uns erinnert es an das Bat-Mobil des Comic-Superhelden, zumal, wenn es wie unser Testwagen in Black Metallic lackiert ist. Dazu die massive Front, die wie geschwungen wirkende Seitenansicht, das sehr stringente Heck und die schwarzen 20-Zoll-Alus mit 235er-Gummierung des Testwagens. Das macht was her.

Innen geht es dann Toyota-typisch weniger wild zu. Das Cockpit mit zwei Bildschirmen ist klassisch. Allerdings rückt der kleinere hinter dem Lenkrad etwas nach oben, sodass man sich an das i-Cockpit von Toyota erinnert fühlt. Für häufig genutzte Funktionen wie etwa Klimaanlage und Audio-Lautstärke gibt es Drehregler, für die mobilen Endgeräte der Insassen gleich zwei Induktions-Ladeschalen oben auf der quasi freischwebenden Mittelkonsole.

Hyperaktiver Aufmerksamkeitsassistent

Gut, dass sich der nervige Tempowarner mit einem Touch ausschalten lässt. Weniger gut sind der hyperaktive Aufmerksamkeitsassistent, das etwas träge Navigationssystem und die Spracherkennung, die des Öfteren ziemlich ratlos ist. Die Platzverhältnisse sind okay, auch wenn die hinteren Passagiere die Beine wegen der im Boden verbauten Batterie leicht anwinkeln müssen.

Den C-HR+ gibt es mit zwei Akkugrößen, die 54 oder 72 kWh fassen, und drei Motorisierungen. Das von uns getestete Topmodell hat immer die große Batterie an Bord und wird von gleich zwei Elektromotoren angetrieben, die an der Vorder- und der Hinterachse sitzen und so Allradantrieb möglich machen. Dabei summiert sich die Leistung auf 343 PS und ein maximales Drehmoment von mehr als 400 Newtonmetern. Damit sind sehr sportliche Fahrleistungen möglich, zumal der C-HR+ trotz grundsätzlich komfortablen Fahrverhaltens eine sehr gute Kurvenlage hat, was vor allem dem niedrigen Schwerpunkt zu verdanken ist. Fordert man die komplette Leistung ab, sind Tempo 100 in gut fünf Sekunden erreicht – und dem Fahrer die Falten aus dem Gesicht gezogen.

Sehr sparsam

Wer das ständig ausprobiert, der leert die Batterie natürlich im Rekordtempo. Doch grundsätzlich geht der C-HR+ sehr sparsam mit der Energie um. Im realistischen Schnitt von 16,5 kWh lagen wir ganz nah an der Werksangabe. Allerdings sind vor allem in der Stadt mit häufiger Energie-Rückgewinnung auch deutlich niedrigere Werte von unter zwölf kWh möglich. Was auch an der serienmäßigen Wärmepumpe liegt.

Am Schnelllader kann laut Hersteller mit bis zu 150 kW wiederbefüllt werden, wobei wir mit optimaler Vorkonditionierung über die Ladeplanung im Navi sogar mehrmals einige kW darüber lagen. Das ist eigentlich nur ordentlicher Durchschnitt. Wichtiger aber ist, dass die Ladekurve ziemlich lang relativ hoch bleibt und so die empfohlene Standard-Füllung von 20 auf 80 Prozent in deutlich unter einer halben Stunde gelingt.

Dass die Preise ziemlich ambitioniert sind, hat offenbar auch Toyota gemerkt. Das von uns gefahrene Topmodell, das es allerdings auch ausschließlich in der höchsten Ausstattung Lounge gibt, startet regulär bei 53.990 Euro. Bis Ende September gilt hier aber noch ein Aktionsrabatt von fast 5800 Euro. Die Einstiegsvariante mit kleinem Akku und 167 PS ist im Aktionszeitraum ab 37.050 Euro zu haben.