Test: Kia XCeed 1.5 T-GDI Das Quantum mehr

Der Kia XCeed ist ein Auto, nach dem sich die Leute umdrehen. Ein SUV, das kein SUV ist. Ein Kompakter aus der Golf-Klasse, der nicht langweilig ist. Und ein Auto, das dynamisch aussieht, dynamisch fährt mit dem neuen 1,5-Liter-Turbo, aber dir nicht die Haare vom Kopf säuft.

Bayreuth - Mehr. Wir wollen ja alle eigentlich immer mehr. Der Kia XCeed ist da genau das richtige Auto für alle Mehr-Woller. Weil er mehr gibt, ohne dabei fett aufzutragen. Und weil er allen, die sich nicht so recht entscheiden können, eine Entscheidung auf charmante Weise abnimmt: Er ist ein bisschen SUV, ohne SUV zu sein.

Der Golf Country in schön

Das klingt ein wenig schwierig, ist aber an sich ganz einfach. Der Kia XCeed übersetzt das auf optisch unglaublich schöne Weise in die Neuzeit, was VW mit dem großen Klassen-Konkurrenten Golf vor Urzeiten so – sagen wir – semi-schön vorgemacht hat: Der XCeed ist der Golf Country unter den Ceeds. Und zusammen mit dem ProCeed der schönste. Weil er dynamischer ist als der Schrägheck-Ceed, der auch nur bedingt Teilespender für den XCeed ist, denn der ist länger, flacher und breiter durch die Kunststoff-Beplankung rundum.

Der fällt auf und gefällt

Selten wird man ja heute auf neue Autos auf der Straße einfach so angesprochen. Aber der XCeed fällt auf – und gefällt. „Der schaut aber gut aus“, sagt so mancher. Weil die Details halt einfach stimmig sind: Die 18-Zöller mit der 235er Besohlung, die die Radhäuser üppig ausfüllen, die Chrom-Leisten rund um die Fenster und die Chrom-Dachreling, die aggressiv und trotzdem freundlich gestaltete Schnauze mit dem schwarz glitzernden Waben-Grill, die pro Licht vier Tagfahr-LEDs, die ihn irgendwie ein bisschen porschig schauen lassen. Das ist – genau wie der wertige Innenraum – mal keine Hausmannskost. Vor allem dann nicht, wenn der XCeed in die Farbe Quantum Yellow getaucht ist – die halt leider geil ist.

Spurhalte-Assi zum leicht Ausknipsen

Anders als viele andere Autos bevormundet dich der XCeed beim Fahren nicht. Klar, gespickt mit Assistenten ist er auch. Vor allem in der Alles-drin-Version XDition, die Vollausstattung für 32 610 Euro hat. Aber: Den meist abgeschalteten Assistenten, den Spurhalte-Assi, kannst du hier ganz einfach per Knopfdruck tilgen. Zwar für jede Fahrt neu, aber eben ohne nervige Menü-Taucherei. Fleißsternchen!

Anfahrschwäche des neuen Benziners

Das bekommt auch der neue 1,5-Liter-Viererpack: Der schlenzt 160 PS von der Welle, was ziemlich beherztes Vorankommen garantiert. Der Turbo sorgt dafür, dass bei 1500 Umdrehungen schon 253 Newtonmeter anstehen – der optischen Dynamik folgt also auch die Fahrdynamik. Vor allem deshalb, weil das Fahrwerk sportlich straff ist, die kräftige Bremse und die direkte Lenkung passen sich gut ein. Wenn der Vierzylinder seine ausgeprägte Anfahrschwäche hinter sich hat, kannst du mit ihm freudig zum Kurvenwedeln aufbrechen. Auch wenn das Sechsgang-Schaltgetriebe leicht durch die Gassen flutscht, ist vielleicht für den Motor das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (plus 2000 Euro) die bessere Wahl.

Vergleichsweise leicht

Was positiv auffällt: Trotz der optischen SUV-Anleihen neigt der XCeed nicht zur Fettleibigkeit. 1370 Kilo ausstattungsabhängiges Lebendgewicht sind voll in Ordnung. Das sorgt auch für humane Verbrauchswerte des knapp 210 Stundenkilometer schnellen XCeed: 6,8 Liter Super auf der Testrunde bedeuten ein Plus von 0,4 Liter gegenüber dem WLTP-Wert. Aber es geht auch mit Werten um die fünf Liter, wenn du mit gestreicheltem Pedal unterwegs bist. Das Quantum weniger – beim einem optischen Quantum mehr.

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