Test: Citroën C4 Puretech 130 EAT8 Zurückhalten sollen sich andere

Dass Citroën mit seinen Autos gerne mal einen etwas anderen Weg geht, gehört bei den Franzosen von jeher dazu. Gerade in der Kompaktklasse, wo gefühlt alle gegen den Golf antreten, kann eine gewisse Extravaganz für mehr Beachtung sorgen. Und so geht mit dem C4 eine Limousine ins Rennen, die zudem ein bisschen Coupé und SUV sein will.

Hört sich nach einem aufregenden Mix an und ist auch einer. Zurückhaltung überlassen die Franzosen anderen, aber ohne zu übertreiben. Die bullige Front mit den auffälligen Leuchteinheiten; die Seitenansicht mit den ausgestellten Kotflügeln und dem sich nach hinten senkenden Dach; das Heck mit hochgezogenem optischem Unterfahrschutz und dem in die flache Scheibe integrierten Spoiler – das sind alles echte Hingucker.

Mangelnde Übersichtlichkeit

Wobei schnell klar wird: Der Übersichtlichkeit ist das alles andere als dienlich. Denn der Spoiler teilt die Heckscheibe in zwei Teile, was die Sicht nach hinten ebenso beeinträchtigt wie das niedrige Dach den Blick nach schräg hinten.

Ordentlich Platz

Und trotzdem fällt der Platz im Innenraum erstaunlich großzügig aus. Auf den vorderen Plätzen sowieso, wobei hier die Sitze etwas mehr Seitenhalt bieten dürften. Aber auch auf der Rückbank müssen normal große Mitfahrer nicht um ihre Frisur fürchten. Im Kofferraum sorgt ein doppelter Ladeboden unter anderem für eine ebene Fläche, wenn die Rücksitzlehnen umgeklappt werden. Nimmt man ihn heraus, lassen sich trotz des flachen Dachs auch höhere Dinge einladen. Was bedeutet: Das Design geht nicht allzu sehr zu Lasten der Funktionalität.

Innen geht es dann sowieso zurückhaltender zu. Kleiner Gag: Über dem Handschuhfach gibt es für den Beifahrer eine ausziehbare Halterung für ein Tablet. Schön auch, dass es einen normalen USB- und einen USB-C-Anschluss gibt. Schließlich gibt es noch jede Menge mobile Endgeräte mit der älteren Technik. Gut: die übersichtlichen Bildschirme auf Mittelkonsole und fürs Cockpit. Nicht so schön: das viele Hartplastik, auch wenn die Carbon-Optik am Armaturenbrett durchaus flott aussieht.

Dreizylinder flott, aber kein Kostverächter

Apropos flott: Der 1,2-Liter-Benziner hat 131 PS, bringt den 1,35-Tonner gut voran und harmoniert gut mit der im Testwagen verbauten Achtgang-Automatik. Die schaltet sanft, im Sport-Modus auch zackig. Das typische Schnarren des Dreizylinders tritt nur bei hohen Drehzahlen in den Vordergrund. Allerdings ist die Motor-Getriebe-Kombination kein Kostverächter. 5,8 Liter Super errechnen sich aus dem im Kfz-Schein hinterlegten CO2-Wert nach dem realitätsnäheren WLTP-Verfahren. Wir landeten im Schnitt bei 7,1 Litern, was noch im Rahmen ist. In der Stadt und vor allem auf der Autobahn sind die Werte aber teils deutlich höher.

Das Fahrwerk ist nicht etwa sänftenhaft, wie man es Franzosen manchmal nachsagt, sondern ein gelungener Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit.

Faires Angebot

Preislich ruft Citroën für den C4 mit 131 PS in der schon besseren Feel-Ausstattung gut 25.000 Euro auf, für die Automatik kommen noch mal 2000 Euro dazu. Dann sind unter anderem Klimaautomatik, großer Bildschirm, DAB-Audioanlage und viele Assistenten bereits an Bord. Und das besondere Design sowieso. Ein faires Angebot.

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