Allen macht Unterschied Medi Bayreuth schlägt Überraschungsteam Göttingen mit 75:72

Florian Kirchner

Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat sein erstes Heimspiel im neuen Jahr gewonnen. In einer Nachholpartie des 2. Spieltags konnten die abermals ersatzgeschwächten Wagnerstädter den Überraschungsfünften BG Göttingen mit 75:72 (36:35) niederringen und mit dem siebten Saisonsieg ihr Punktekonto ausgleichen.  

Alles andere als optimal waren die Voraussetzungen: Beide Teams mussten auf ihre etatmäßigen Spielmacher verzichten - Medi Bayreuth einmal mehr verletzungsbedingt auf Kapitän Bastian Doreth, die bislang so furios aufspielenden Göttinger auf Stephen Brown. Der US-Playmaker war aufgrund eines positiven Corona-Tests zum Aussetzen gezwungen. Entsprechend „holprig“ entwickelte sich die Partie ohne die Dirigenten auf beiden Seiten vor dem Seitenwechsel (36:35, 20.): Häufig wechselte die Führung, kein Team konnte sich weiter als fünf Zähler absetzen. Medi Bayreuth leistete sich zu viele Ballverluste (9), während die als stärkstes Dreier-Team der Liga angereisten Niedersachsen in ihrer „Paradedisziplin“ versagten (3/13).

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„Es muss uns heute gelingen, die Kreise von Kamar Baldwin einzuengen“, hatte Medi Head Coach Raoul Korner vor dem Spiel als wichtigen Schlüssel zum Erfolg ausgemacht. Was bis dahin ganz ordentlich geklappt hatte, drohte den Bayreuthern gleich zu Beginn des dritten Viertels zu entgleiten, denn der zweitbeste Korbjäger der Bundesliga eröffnete nach der Pause mit sechs Zählern in Folge (36:41, 22.) und war sowohl als Spielgestalter (5 Assists) als auch Scorer (25/3) maßgeblich daran beteiligt, dass die Veilchen bis weit in den Schlussabschnitt (62:66, 37.) zumeist die Nase vorne hatten. Dann kamen die großen Momente von Terry Allen (19/3), der die Partie nach einem Ballgewinn im Fastbreak zunächst ausgleichen konnte, kurz darauf an der Dreierlinie die Führung zurückeroberte (69:66, 38.) und im Gegenzug auch noch Baldwin zu einem Schrittfehler zwang. Der einmal mehr fleißig rackernde Sacar Anim ließ die Führung der Wagnerstädter an der Freiwurflinie weiter anwachsen (71:66, 39.), aber Jake Toolsen antwortete prompt aus der langen Distanz (71:69). Erneut Anim, dann ein weiterer Ballgewinn gegen den sichtlich ausgelaugten Baldwin, an dem Allen maßgeblich beteiligt war, und ein Korberfolg von Kay Bruhnke machten schließlich „den Deckel auf die Partie“, Jeff Robersons Dreier zum 75:72 – Endstand (40.) war letztendlich nur noch „Ergebniskosmetik“.

„Wir haben im Endspurt der Partie schlechte Entscheidungen getroffen und zu viele Fehler gemacht, allen voran ich“, war Baldwin nach der Partie selbstkritisch. „Es war heute schwer, den richtigen Fokus auf die Partie zu finden, so gesehen haben wir das ganz gut gelöst“, kommentierte Marcus Thornton den siebten Bayreuther Saisonerfolg. Dass die Partie wirklich stattfinden sollte, hatte erst rund zwei Stunden vor Spielbeginn endgültig festgestanden. Zuvor hatten nicht zuletzt Meldungen von mehreren Corona-Fällen bei den Ligakontrahenten Würzburg und Berlin sowie das Warten auf eigene Testergebnisse für Verunsicherung gesorgt.

 

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