Erinnerungen an 2023
Doch da ihr auch 34 leichte Fehler unterliefen, geriet Sabalenka trotz einer 3:0-Führung im zweiten Durchgang noch einmal mächtig ins Wackeln. Plötzlich kamen Erinnerungen an 2023 auf, als sie eine Satzführung und damit auch den Titel im Finale noch verspielt hatte.
Doch in ihrem ersten Grand-Slam-Endspiel flatterten auch bei Pegula die Nerven - nach dem 5:3 verlor sie die nächsten vier Spiele und das Match. "Sie hat großes Tennis in den großen Momenten gespielt", lobte die 30-Jährige ihre Gegnerin und scherzte: "Ich wünschte, sie hätte mir nur einen Satz gelassen."
Zahlreiche Stargäste im Publikum
Anders als 2023 hielt Sabalenka jedoch dem Druck des Publikums stand. Auf der Tribüne verfolgten zahlreiche prominente Gäste wie Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton, Sprint-Olympiasieger Noah Lyles und Basketball-Superstar Stephen Curry das Match. Die Fans trieben die amerikanische Außenseiterin immer wieder an. "Im zweiten Satz habe ich nur noch gebetet", berichtete Sabalenka.
Mit der bestandenen Nervenprobe krönte sie vorläufig eine Saison voller Höhen und Tiefen. Nach dem Titel bei den Australian Open musste im März dieser Saison den Tod ihres ehemaligen Freundes Konstantin Kolzow verkraften. "Als mein Vater gestorben ist, hat mir Tennis geholfen, diesen schweren Verlust zu verarbeiten. Deshalb habe ich gedacht, ich spiele einfach weiter und trenne mein persönliches Leben von meiner Karriere", sagte sie im August dem "Guardian". Sie sei "emotional und mental am Limit" gewesen, berichtete sie bei ESPN nun auch nach dem Finalsieg.
Partyplan: "Wahrscheinlich trinken wir viel"
Doch der volle Fokus auf den Sport führte in die Überlastung des Körpers. Für Wimbledon musste sie wegen Problemen mit der rechten Schulter absagen, auch bei Olympia in Paris trat sie nicht an. Erst auf dem geliebten Hartplatz kehrte Sabalenka wieder zu alter Stärke zurück und gewann als erste Spielerin seit Angelique Kerber 2016 in einer Saison sowohl die Australian Open als auch die US Open.
"Wahrscheinlich trinken wir viel", sagte Sabalenka zum Plan für die anschließende Party. Dabei hatte sie im Vergleich zu ihrem Coach Anton Dubrow einen Vorteil. Dieser erhielt auch eine Trophäe, die jedoch deutlich kleiner ausfiel. "Ich werde morgen einen ordentlichen Kater habe", sagte Sabalenka mit Blick auf das Fassungsvermögen der Pokale, "mehr als du".