Die Themen Hygiene, Qualitätssicherung und Transparenz würden noch immer nicht mit der nötigen Priorität angegangen, heißt es - laut Süddeutscher Zeitung - in dem Papier des Gesundheitsministeriums.
Minister Gröhe will deshalb Fachleute des Robert-Koch-Instituts stärker in die Kontrolle der Kliniken einbeziehen. Zudem soll geprüft werden, ob die Patienten vor planbaren Krankenhausaufenthalten nicht einem verpflichtenden Test auf multiresistente Keime unterzogen werden müssten.
Die Meldepflichten beim Auftreten von besonders gefährlichen Keimen sollen verschärft werden. Für die Ärzte und das Pflegepersonal im Krankenhaus - aber auch in den Arztpraxen - soll es verpflichtende Fortbildungen geben.
Multiresistente Keime können vor allem für immungeschwächte und frisch operierte Menschen zur Gefahr werden. Am meisten verbreitet ist der Bakterienstamm MRSA, der schwere, zuweilen tödliche Infektionen verursacht. Er ist gegen Antibiotika wie Penicillin unempfindlich. Die Zahlen über die Häufigkeit der Infektionen in Kliniken schwanken: Die Deutsche Gesellschaft für Krankhaushygiene bezifferte die jährlichen Todesfälle zuletzt sogar auf etwa 40.000 und die der Infizierten auf rund eine Million.
Mit Material des epd