Wie die Verkehrspolizei Hof mitteilt, wollte bereits gegen 20.45 Uhr ein 44-jähriger polnischer Kraftfahrer mit seinem Sattelzug die Autobahn verlassen und auf den Parkplatz Streitau fahren, um dort seine Ruhepause einzubringen. Noch als er langsam auf der Ausfädelspur fuhr, wurde er von einem vorbeifahrenden Lastwagen mit Anhänger seitlich touchiert. Dabei wurde die Plane des polnischen Sattelaufliegers aufgerissen und eine Metallstrebe herausgerissen, welche auf die die Fahrbahn geschleudert wurde.

Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt fort - ohne anzuhalten. Laut Zeugenaussagen soll auf dem Anhänger des Lastwagen ein gelber Container (oder Wechselbrücke) mit der roten Aufschrift DHL gewesen sein. Die Fahndung nach dem Unfall-Lkw blieb bislang ergebnislos.

Kurz nach der Kollision zwischen den beiden Lastwagen passierten ein weiterer Lastwagen und ein Auto die Unfallstelle. Beide Fahrzeuge konnten der auf der Fahrbahn liegenden Metallstrebe nicht mehr ausweichen und fuhren darüber. Am Auto entstand nur ein leichter Sachschaden in Form von Kratzern wohingegen am Lastwagen mit Anhänger, der von einem 49-jährigen Fahrer gesteuert wurde, ein Druckluftbehälter beschädigt wurde. Der Lkw-Fahrer musste seinen Zug deshalb sofort am Standstreifen anhalten. Verletzte gab es bis dahin nicht zu beklagen. Der Sachschaden betrug etwa 11.000 Euro.

Noch während der Unfallaufnahme und vor Eintreffen eines Reparaturdienstes für den beschädigten Lastwagen mit Anhänger, erkannte ein nachfolgender Lkw-Fahrer das auf dem Standstreifen stehende Lkw-Gespann zu spät. Mit seinem Anhänger prallte der 50-jährige rumänische Kraftfahrer gegen den stehenden Anhänger des ersten Unfalls. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Anhänger aufgerissen, zudem kippte der Anhänger des Unfallverursachers um und lag quer über die Autobahn. Der 49-jährige Fahrer des ersten Lastwagen, der beschädigt am Seitenstreifen stand, wurde durch die Wucht des Aufpralls leicht verletzt und mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht. Beide Lastwagen waren mit mehreren Tonnen Paketpost beladen. Diese wurde über die gesamte Fahrbahn verteilt.

Die Autobahn musste zur Bergung der Ladung und zum Abschleppen der beschädigten Lastzüge von der Autobahnmeisterei Münchberg für mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Zur Bergung der Unfallfahrzeuge war eine Spezialfirma aus Bayreuth beauftragt. Unterstützung erhielten die Bergespezialisten von den Einsatzkräften der Feuerwehr Münchberg, welche die Unfallstelle ausleuchteten und tatkräftig beim Umladen der Pakete halfen.

Beim zweiten Unfall wird der Sachschaden in einer ersten Schätzung auf etwa  250.000 € beziffert.

Die A9 war bis in die frühen Morgenstunden gesperrt.