Studium neben der Karriere Uni Bayreuth unterstützt Spitzensportler

Was machen Spitzensportler nach dem Ende der Profikarriere? Die Uni Bayreuth hat da eine Idee.

Basketballer Noah Wabersich (links) hilft Dozent Uwe Scholz auch in der sportpraktischen Ausbildung als Tutor. Foto: Jennifer Opel

Zukunft nach dem Abpfiff: Unter diesem Motto ermöglicht die Uni Bayreuth Spitzensportlern ein stabiles Fundament für die Zeit nach der Profikarriere. Da eine Laufbahn im Leistungssport oft bereits mit Anfang 30 endet, rückt die Notwendigkeit einer dualen Karriere immer stärker in den Fokus. Seit 2018 unterstützt die Universität Bayreuth als Partnerhochschule des Spitzensports gezielt Athletinnen und Athleten dabei, sportliche Höchstleistungen und akademische Ausbildung erfolgreich zu vereinen.

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Zwei bis fünf Spitzensportler pro Semester

Pro Semester studieren derzeit zwischen fünf und zehn Spitzensportler an der Universität Bayreuth, heißt es in einer Mitteilung. Das Ziel sei klar definiert: Den Studierenden soll der Weg zu mindestens einem Bachelorabschluss geebnet werden – unabhängig davon, ob dieser in der Regelstudienzeit oder durch individuelle Planung über einen längeren Zeitraum erreicht wird. Die Universität sieht darin eine entscheidende Chance, jungen Talenten eine berufliche Perspektive zu geben, die über den sportlichen Erfolg hinausreicht.

Um den besonderen Anforderungen gerecht zu werden, wurde in Bayreuth eine spezielle Spitzensportlerquote eingeführt. Diese macht etwa zwei Prozent der Studienplätze aus und ermöglicht es pro Jahrgang im Schnitt einer Person, ein Studium aufzunehmen, auch wenn der Abiturschnitt aufgrund der zeitintensiven Sportkarriere während der Schulzeit nicht ausgereicht hätte.

Besondere Spitzensportlerquote

Besonders relevant ist dies im Studiengang Sportökonomie: Da hier der klassische Sporteignungstest weggefallen ist, haben Noten heute ein höheres Gewicht bei der Zulassung. Die Quote fängt diesen Nachteil für Kaderathleten gezielt auf. Bewerbungen für dieses Verfahren können jährlich in den Monaten Juli und August bei der Studierendenkanzlei eingereicht werden.

Die Förderung der Universität Bayreuth beschränkt sich nicht nur auf sportnahe Studiengänge. „Oft melden sich Sportler gar nicht bei uns, weil sie glauben, unsere Unterstützung gelte nur für das Sportstudium“, erklärt Uwe Scholz vom Bayreuther Zentrum für Sportwissenschaft (BaySpo). Tatsächlich profitieren Athleten in unterschiedlichsten Fachrichtungen von der Unterstützung: Aktuell studiert unter anderem ein Triathlet Jura in Bayreuth. Ebenso ist eine Biathletin hier eingeschrieben, aber in einem naturwissenschaftlichen Studium. Vom BBC Bayreuth sind aktuell zwei Profi-Basketballer für ein Studium eingeschrieben. Einer davon hat sich die Spitzensportlerquote zu Nutze gemacht.

Studium trotz vollen Trainingsplans

„Für mich ist das eine Chance gewesen, die ich so in Deutschland sonst nirgendwo erhalten hätte“, sagt Leroy Ikejiaku. Der junge Basketballer ist im Herbst nach Bayreuth gekommen. Seither spielt er für den BBC und studiert gleichzeitig Sportökonomie. Sein Teamkollege Noah Wabersich ist schon zwei Semester weiter. „Es ist wirklich toll, wie die Verantwortlichen hier an der Uni Bayreuth sich darum kümmern, dass wir trotz des vollen Trainingsplans ein Studium absolvieren können“, sagt er.

Insgesamt gilt die Situation für Spitzensportler in Deutschland im Vergleich zu den USA oft als schwierig, da sich Trainings- und Studienzeiten hierzulande schwerer vereinbaren lassen. Die Universität Bayreuth versucht hier einen Gegenakzent zu setzen. Dass sich auch für die Studierenden dieser Aufwand lohnt, zeigt der Blick auf den Arbeitsmarkt. Personaler schätzen Absolventen mit Spitzensport-Background besonders, da diese eine außergewöhnliche Disziplin und Belastbarkeit mitbringen. Prominentestes Beispiel für eine erfolgreiche Bayreuther Laufbahn ist der ehemalige Basketball-Nationalspieler Andreas Seiferth.

Anmeldung und Voraussetzungen

– Sporteignungstest: Für den Studiengang Sportökonomie ist kein Test mehr erforderlich. Lehramtsstudierende müssen die Sportprüfung aber weiterhin ablegen. Sie findet am 3. Und 4 Juli 2026 statt. Eine Anmeldung ist unter https://www.bayspet.de/webportal/ erforderlich.

– Bewerbung für die Spitzensportquote: Anträge auf Berücksichtigung der Spitzensportlerquote sind bei der Studierendenkanzlei zu stellen.