Studie: Ausgaben so hoch wie nie zuvor Teures Heizen

Von Elmar Schatz

Für das Beheizen ihrer Wohnräume haben viele Mieter und Hausbesitzer in den vergangenen beiden Jahren so viel Geld ausgegeben wie nie zuvor, so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Freitag. Derzeit sei Heizöl allerdings günstiger als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres, sagt der Leiter des Betriebs Energie bei der BayWa in Bayreuth, Thomas Gebhardt.

Heizöl fließt in den Tank eines Hauses. Foto: dpa Foto: red

Der Liter Heizöl koste jetzt 84,37 Cent bei Abnahme von 3000 Litern, so Gebhardt gestern. Der Kurier veröffentlichte vergangenes Jahr in der Weihnachtszeit einen Literpreis von 88,85 Cent, ein Jahr davor von 85,81 Cent.

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Die hohen Kosten für Öl und Gas hätten sich in den beiden vergangenen Jahren für Mieter oft in hohen Nachzahlungen niedergeschlagen,  so die FAZ unter Berufung auf eine Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion.

Für 2013 dürften keine hohen Nachzahlungen anfallen, sagt Gebhardt. Teuer sei Heizöl allerdings 2012 gewesen. Die Verbraucher hätten damals so knapp wie möglich getankt. Im Frühjahr dieses Jahres seien die Vorräte verbraucht gewesen. Viele Kunden hätten daher schon im Februar oder März nachgetankt. Normalerweise würden die Heizöltanks erst ab Frühsommer wieder aufgefüllt. Um Weihnachten herum seien dieses Jahr nur wenige Heizölaufträge eingegangen. Bestellt hätten die Kunden schon im Herbst, als die Preise spürbar günstiger geworden seien.

Heizöl nach wie vor Hauptenergieträger

In der im Auftrag der Grünen erstellten Studie wird die einseitig auf die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle ausgerichtete Energieversorgung kritisiert. Heizöl sei „zur Preisfalle für zwölf Millionen deutsche Haushalte geworden“. Die Kosten für das Heizen einer 80 Quadratmeter großen Wohnung seien in diesem Jahr um 150 bis 175 Euro gestiegen. 2012 waren die Heizkosten um durchschnittlich neun Prozent gestiegen. Der Mieterbund hatte im Oktober eine Schätzung veröffentlicht, wonach die Jahresabrechnung 2013 um bis zu 18 Prozent höher liegen könnte als im vergangenen Jahr. Grund seien die kalten Wintermonate zu Jahresbeginn und weiter steigende Energiepreise.

Für Heizöl kann Gebhardt diese Prognose nicht nachvollziehen. Hier seien die Preise aktuell niedriger als im Vorjahr. Heizöl sei nach wie vor Hauptenergieträger. In der Region Bayreuth werde aber seit einigen Jahren weniger verbraucht, weil viele Häuser inzwischen gut gedämmt seien. Auch seien sparsamere Heizungen eingebaut worden. Gebhardt sagt: „Linear ist der Heizölverbrauch zurückgegangen, auch wenn Anfang dieses Jahres mehr Heizöl geordert wurde – nach den vorher hohen Preisen.“

Die Versorgung mit Heizöl sei sicher, betont der BayWa-Leiter für den Bereich Energie. „Öl gibt’s noch genug.“ Aktuelle Krisen – wie Syrien – hätten sich kaum auf den Ölpreis ausgewirkt. 2012 habe sich gezeigt, dass „leider Gottes die Spekulation der Hauptgrund für höhere Ölpreise ist; sehr viel Preisgestaltung findet eben an der Börse statt“. Zum moderaten Ölpreis beigetragen habe zuletzt die rückläufige Konjunktur in China.

Die Grünen fordern ein Gegensteuern angesichts stark steigender Heizkosten für viele Mieter und Wohnungsbesitzer. „Wir müssen endlich energiesparende Heizkonzepte in der Breite umsetzen“, sagt die neue Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne). Eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion schlägt unter anderem den Ersatz von einer Million Ölheizungen und bessere Dämmungen vor.

Luxusgut warme Wohnung

Eine Wiedereinführung des Heizkostenzuschusses  hatten Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen erwogen, dann aber angesichts der Haushaltslage im Koalitionsvertrag darauf verzichtet. Nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ sind die Preise für Strom, Gas und andere Brennstoffe seit 2006 um 23,6 Prozent gestiegen. Das gehe aus der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesumweltministerium, Florian Pronold (SPD), auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Caren Ley hervor. Die Linken-Fraktionsvize Ley meint: „Es darf nicht sein, dass eine warme Wohnung für immer mehr Menschen zum Luxus wird.“