Das Team: Urlaubsbekanntschaft, Bekannte, Ex-Nachbar
Gedreht haben sie in der Wohnung einer Bekannten von Heinz Petri, Außenstellenleiter der Opferhilfe-Organisation Weißer Ring in Bayreuth. Petri, ein begeisterter Schauspieler, hat sich gleich als Statist angeboten.
Die Musik komponierte Eléonore Scholler, eine Filmmusik-Studentin, die im kanadischen Quebec studiert. „Ich habe sie im August beim Urlaub im Elsass kennengelernt und angequatscht“, sagt Förschler. Das hat er bei seinem ganzen Team gemacht. Alle helfen, ohne Geld zu nehmen.
"So ein hübsches Madla, hast ned Lust?"
Carolin Hohlweg aus Enchenreuth (Lkr. Hof) kennt er schon länger. Die Kindergärtnerin spielt im Film die Tochter und fürsorgliche große Schwester. „Carolin modelt und ist lustig“, sagt Förschler. Er habe zu ihr kurzerhand gesagt: „Du bist doch so ein hübsches Madla, hast ned Lust, vor der Kamera zu stehen?“ Hatte sie.
Dann brauchte er noch einen gewalttätigen Vater. Den spielt Sven Röckl, sein ehemaliger Nachbar. „Er ist Stahlbetonbauer, hat Tattoos, ist rasiert und kräftig“, sagt Förschler und lacht: „Da mussten wir nicht viel schminken, das Gesicht schaut schon bös’ aus.“
Der Stahlbetonbauer kann bös schauen, aber nicht verprügeln
Problem: Furchteinflößend aussehen sei für Röckl zwar ein Leichtes gewesen, Gewaltszenen aber gar nicht. „In einer Szene sollte er seinen Filmsohn verprügeln“, sagt Förschler. „Also einfach in die Luft hauen.“
Doch Röckl sei dafür zu gutmütig und zu vorsichtig gewesen, um Filmsohn Adrian Teichmann nicht zu verschrecken. „Das habe ich rausgeschnitten, weil’s scheiße aussah“, sagt Förschler trocken. „Wir werden die Prügel jetzt mit Schreien aus dem Off darstellen.“
2000 Euro für eine neue Kamera und Catering
Für Förschler ist es nicht der erste Film. Seinen ersten hat er in der Schule gedreht, im Nebenjob macht er Hochzeitsfilme. Das Gesamtbudget für den Abschlussfilm beträgt 2000 Euro für eine neue Kamera und Catering. 1000 Euro kamen von der Stiftung Bündnis für Kinder, 750 Euro vom Studentenwerk.
„Andere Studenten-Abschlussfilme haben deutlich mehr gekostet“, sagt Förschler, „da sind schon fürs Catering hunderte Euros draufgegangen.“ Er hofft, dass der Film bis Mitte November fertig ist. „Ich muss ihn jetzt noch von 20 auf zehn Minuten kürzen.“
Polizei könnte Film in Gesprächen einsetzen
Alle Unterstützer dürfen den Film uneingeschränkt nutzen und in ihrer Präventionsarbeit einsetzen. „Wir haben den Film noch nicht gesehen, aber wir könnten ihn zum Beispiel in den Sozialen Medien oder bei Aufklärungsgesprächen mit Betroffenen einsetzen“, sagt Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.