Streit um das Bürgerhaus geht weiter

Von Sarah Bernhard

Die Ahorntaler Gemeinderäte sind unzufrieden. Denn die Deckelung des Gemeindeanteils für das neue Bürgerhaus Körzendorf, die der Rat im vergangenen Jahr beschlossen hat, kann möglicherweise nicht eingehalten werden. Die Räte streiten hin und her - bis Bürgermeister Gerd Hofmann eine ganz neue Idee aus dem Hut zaubert.

Nicht mehr als 400.000 Euro soll das Körzendorfer Bürgerhaus die Gemeinde kosten. Im Moment sind es 3000 Euro mehr. Foto: Archiv/Klaus Altmann-Dangelat Foto: red

Nicht mehr als 400.000 Euro darf der Neubau die Gemeinde  kosten, das beschloss der Gemeinderat im vergangenen Jahr. Mit 403.000 Euro plant nun das Ingenieurbüro. Mögliche Kostensteigerungen noch gar nicht mit einberechnet. „Das ist sehr auf Kante genäht“, sagte Stefan Neubig (FWA).

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Insgesamt soll der Neubau knapp 750.000 Euro kosten, 150.000 Euro übernimmt das Amt für ländliche Entwicklung (Ale), knapp 200.000 Euro bringen die Körzendorfer durch Eigenleistungen ein. „Wir müssen heute die Frage beantworten, ob wir auf Basis dieses Entwurfs weitermachen oder nicht“, sagte Bürgermeister Gerd Hofmann (FBA).

"Wir haben genau das, worauf man sich einigen kann"

„Was sollen wir denn anders machen?“, fragte Thomas Nägel (CWU). Würden die Plätze noch weiter reduziert, sei das Haus zu klein. Sie wieder zu erhöhen, ergebe keinen Sinn. „Was wir haben, ist genau das, worauf man sich einigen kann.“

Reinhold Schoberth (CSU) merkte an, dass man sich nicht einfach über einen Gemeinderatsbeschluss hinwegsetzen könne. Er forderte, das Ingenieurbüro zu wechseln. „Die Zahlen waren bisher immer geschlampt, wir wissen gar nicht, ob sie überhaupt stimmen.“ Nägel wandte ein, dass man dem Büro immerhin schon 20.000 Euro für die Planung bezahlt habe.

Nebenkosten sind weitgehend fix

Matthias Brendel (CWU) wies darauf hin, dass trotz der Verkleinerung des Gebäudes von 100 auf 80 Plätze die geplanten Nebenkosten nicht gesunken seien. Würde man sie ebenfalls um 20  Prozent senken, komme man doch hin. So einfach sei die Rechnung nicht, antwortete Geschäftsleiter Christian Arneth. Denn in den Nebenkosten seien zum Beispiel Bodengutachten, Statikkonzept und Planungskosten enthalten. Und die seien fix.

Monika Grüner-Schürer (FBA) schlug vor, dass die Dorfgemeinschaft die Mehrkosten übernehmen könnte, worüber sich wiederum Nägel ärgerte, der in Körzendorf wohnt. „Es ist ein Haufen Geld, den wir über Eigenleistungen sparen, mehr geht nicht. Wir haben unser Soll erfüllt.“ Zumal durch die Verkleinerung des Gebäudes die Einnahmen aus Veranstaltungen sänken. Die Dorfgemeinschaft hat sich verpflichtet, auch die laufenden Betriebskosten zu übernehmen.

Die EU kann helfen

Hofmann fasste zusammen: Da die Deckelung bleibe, müssten entweder die Baukosten sinken – oder die Fördergelder steigen. Und da komme das neue Eler-Programm der EU ins Spiel: Würde die Gemeinde von Dorferneuerungs-Förderung auf Eler-Förderung wechseln, sprängen 60-prozentige Zuschüsse ohne Deckelung heraus. Und das wäre vermutlich mehr als bisher.

„Für Körzendorf wäre es zu 90 Prozent möglich, auf diese Förderung aufzuspringen“, sagte Hofmann. Sicher könne er das aber erst in der kommenden Woche sagen, wenn er beim Ale gewesen sei. Dazu, sagte Hofmann, sei es sinnvoll, das Konzept in der bestehenden Form zu beschließen. Neun Räte stimmten dafür, vier dagegen.