Stimmungslage Klima und Kommunalwahl

Symbolfoto: dpa

KOMMENTAR. Die Europawahl war ein Stimmungstest – auch für die Kommunalwahlen in Bayern im März 2020. Gerade einmal zehn Monate sind es noch bis dahin.

So groß die Euphorie bei den Grünen mit bundesweit 20,5 Prozent auch war, im Landkreis Bayreuth werden mit 13,6 Prozent kleinere Brötchen gebacken. Die Öko-Partei wächst auf dem Land langsamer als in Großstädten, von einer flächendeckenden Präsenz ist man bei vier Grünen-Ortsverbänden im Landkreis noch weit entfernt.

Die Grünen sind nun mal eine Großstadtpartei, die in den Metropolen immense Erfolge feiern, doch auf dem Land sieht es weit bescheidener aus. Natürlich wird das Thema Klimaschutz und Erderwärmung auch bei den bevorstehenden Kommunalwahlen eine große Rolle spielen, denn Landkreise, Städte und Gemeinden haben einen großen Einfluss auf öffentlichen Personennahverkehr, Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Flächenverbrauch.

Die CSU konnte in Stadt und Landkreis Bayreuth ihre Europawahl-Ergebnisse im Vergleich zum Jahr 2014 in etwa halten. Für die Kommunalwahlen bedeutet das Stabilität, mit der die stärkste Partei in den Wahlkampf gehen kann.

Im Landkreis Bayreuth ist die CSU nach wie vor Platzhirsch und schnitt mit fast 46 Prozent weit besser ab als in der Stadt Bayreuth mit 33 Prozent. Entscheidend wird sein, wie sich die CSU zum Klimaschutz positioniert; ein Thema, das bislang alles andere als im Fokus stand.

Der große Verlierer der Europawahl auch in der Region war die SPD, die sowohl im Landkreis wie auch in der Stadt ihr Wahlergebnis im Vergleich zu 2014 halbierte und nun bei jeweils gut elf Prozent liegt. Der Gegenwind, der aus Europa und Berlin bläst, verheißt keinen Wahlkampf voller Euphorie. Wer genervt ist von „denen da oben“, ist nicht motiviert, zu kandidieren oder sich an den Info-Stand zu stellen.

Aller Voraussicht nach wird sich die Stimmungslage, wie sie sich derzeit präsentiert, in den nächsten zehn Monaten nicht drehen. Sicher ist: Der Klimawandel wird bei der Kommunalwahl ein wichtiges Thema sein, das die Bürger umtreibt. Viele Menschen spüren, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher.

peter.engelbrecht@nordbayerischer-kurier.de

 

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